Civey fragt, wie Deutschland tickt

Stadt oder Land? - So wohnen die Deutschen

Housing

Als wilde sozialistische Phantasie wurde Kevin Kühnerts (SPD) Vorschlag zur Kollektivierung von (Wohnungs-)Unternehmen bezeichnet. Auch wenn der Vorstoß nicht wirklich praktikabel scheint, kann nicht ignoriert werden, dass die Stimmen zur Enteignung einen triftigen Grund haben: Den Deutschen mangele es an Wohnraum, heißt es überall. Zeit, einen Blick in die Civey-Daten zu werfen.

Die deutsche Medienlandschaft verbreitet entschlossen den Eindruck, dass für viele Bundesbürger die Angst, sich mit nicht mehr bezahlbarem Wohnraum konfrontiert zu sehen, allgegenwärtig sei. Hakt man nach, bemerkt man jedoch die tiefe Spaltung: Denn auf die Frage „Machen Sie sich Sorgen, dass Sie sich in ein paar Jahren die Miete für Ihre Wohnung nicht mehr leisten können?“ antworten 45,9 Prozent, dass sie sich „keine Sorgen“ machen. Das sind ebenso viele wie diejenigen, die sich sorgen (45,9%). Damit wird deutlich, dass wir es also nicht mit einer Mehrheit beunruhigter Bürger zu tun haben.

Zu Hause ist am schönsten

Interessant ist auch die Frage, wo man am liebsten wohnen würde, wenn die freie Wahl bestünde. Wie die Deutschen diese Frage beantworten, kann sogar Live verfolgt werden: zum jetzigen Zeitpunkt belegt die „Kleinstadt“ (28,4%) den ersten, „in einem Dorf“ (18,4%) den zweiten und „abgeschieden auf dem Land“ (17,4%) den dritten Platz im Wohnort-Ranking. Am beliebtesten sind damit weniger stark urbanisierte Gebiete. Ist das der Auftakt einer Stadtflucht? Nicht ganz: Filtert man die gleiche Umfrage nach der Bevölkerungsdichte, fällt auf, dass die „Großstadt“ doch nicht durchweg unbeliebt ist.

Viel eher scheint es, dass jeder den eigenen Wohnort am besten findet: In „sehr hoch“ besiedelten Gebieten würden 43,3 Prozent am liebsten „in einer Großstadt“ wohnen. Andersherum, würden in „sehr niedrig“ besiedelten Gebieten 32,6 Prozent am ehesten „in einem Dorf“ leben wollen.

Wohnungsnot vereint

Einig sind sich Städter und Dörfler jedoch darin, dass die Wohnungsnot in deutschen Großstädten in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen wird: Eine überwältigende Mehrheit von 81,8 Prozent der Deutschen sind dieser Meinung.

Eine Lösung des Problems wäre es, wenn mehr Menschen aufs Land zögen. 14,5 Prozent der Deutschen würden vor allem günstigere Wohnkosten dazu bewegen. Jedoch scheint es eine Sache zu geben, die Städter noch mehr vermissen: 34,8% würde die Nähe zur Natur dazu bewegen, aufs Land zu ziehen.

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