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Civey Data Insights: So verbreitet ist Buy now, pay later

In einer aktuellen Studie für BANKINGCLUB werfen wir einen Blick auf das Bezahlverhalten von Endverbraucher:innen.

Data Insights - buy now pay later Studie

„Kaufe jetzt, zahle später“ hat sich im deutschen Onlinehandel etabliert, bleibt aber ein Angebot für eine Minderheit. 17 Prozent der Bürgerinnen und Bürger haben entsprechende Dienste in den vergangenen zwölf Monaten genutzt, während eine große Mehrheit von 81 Prozent darauf verzichtet.


Gleichzeitig zeigt sich: Wer die Option einmal nutzt, bleibt ihr häufig treu. Die Nutzung ist nicht nur punktuell, sondern wiederkehrend. Ein signifikanter Anteil der Anwenderinnen und Anwender greift mehrfach oder regelmäßig auf das Modell zurück – ein Hinweis auf positive Nutzungserfahrungen.

Wiederkehrende Nutzung statt Einmal-Effekt

Unter den Nutzerinnen und Nutzern zeigt sich ein klares Muster: Die Mehrheit verwendet „Buy now, pay later“ mehr als einmal. 30 Prozent geben an, die Funktion zwei- bis dreimal genutzt zu haben, weitere 24 Prozent sogar sechsmal oder häufiger.


Einmalige Nutzung bleibt die Ausnahme. Das spricht dafür, dass die Einstiegshürde gering ist und sich die Funktion nach der ersten Anwendung schnell im Zahlungsverhalten etabliert.

PayPal und Klarna dominieren den Markt

Der Markt für „Buy now, pay later“-Angebote ist stark konzentriert. PayPal mit „Später bezahlen“ (59 %) und Klarna (52 %) liegen klar vorn und prägen den Wettbewerb.


Andere Anbieter spielen bislang nur eine Nebenrolle. Weder klassische Ratenzahlungen von Händlern noch Angebote großer Plattformen wie Amazon erreichen relevante Marktanteile. Der Wettbewerb findet damit vor allem zwischen zwei zentralen Playern statt.

Flexibilität als wichtigster Treiber

Die Gründe für die Nutzung sind klar verteilt: Im Vordergrund steht nicht akute finanzielle Not, sondern der Wunsch nach mehr finanzieller Flexibilität. 40 Prozent der Nutzendennennen diesen Aspekt als Hauptmotiv.


Deutlich dahinter folgen Bequemlichkeit (16 %) und die kurzfristige Überbrückung von Geldengpässen (15 %). Das deutet darauf hin, dass „Buy now, pay later“ vor allem als komfortables Finanzierungsinstrument im Alltag genutzt wird – weniger als Notlösung.

Konsumfokus auf Mode und Elektronik

Auch die Einsatzbereiche sind klar umrissen. Besonders häufig wird die Zahlungsoption bei Kleidung und Mode genutzt (36 %), gefolgt von Elektronik (31 %).


Andere Kategorien wie Möbel (16 %) oder Reisen (13 %) spielen eine geringere Rolle. Der Einsatz konzentriert sich damit vor allem auf typische Onlinekauf-Segmente mit mittleren Warenkörben.

Rechnungen werden überwiegend pünktlich beglichen

Ein häufig diskutiertes Risiko von „Buy now, pay later“ ist die mögliche Überschuldung. Die Daten zeichnen jedoch ein differenziertes Bild: 71 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer geben an, noch nie eine Rechnung zu spät bezahlt zu haben.


Zwar berichte ein Fünftel der Nutzenden von einzelnen verspäteten Zahlungen und 6 Prozent von wiederholten Verzögerungen. Insgesamt zeigt sich jedoch, dass die große Mehrheit verantwortungsvoll mit der Zahlungsoption umgeht.

Moderate Ausgaben und kontrollierte Nutzung

Auch bei den Beträgen bleibt die Nutzung überschaubar. Die meisten Anwender bewegen sich in moderaten Größenordnungen: 26 Prozent geben an, zwischen 100 und 300 Euro über entsprechende Dienste ausgegeben zu haben.


Höhere Summen über 1.000 Euro sind mit 10 Prozent die Ausnahme. Das unterstreicht, dass „Buy now, pay later“ vor allem für kleinere bis mittlere Konsumausgaben genutzt wird, nicht für größere Finanzierungen.

Fazit: Etabliert, aber kein Massenphänomen

„Buy now, pay later“ hat sich als fester Bestandteil im Onlinehandel etabliert, ohne jedoch den Massenmarkt vollständig zu durchdringen. Die Nutzung konzentriert sich auf eine klar umrissene Gruppe, die das Modell regelmäßig und gezielt einsetzt.
Die Kombination aus hoher Nutzerzufriedenheit, dominierenden Anbietern und klaren Einsatzmustern deutet darauf hin, dass sich der Markt weiter stabilisieren wird. Gleichzeitig bleiben Wachstumspotenziale bestehen – insbesondere, wenn sich das Angebot weiter verbreitert und neue Zielgruppen erschlossen werden.

Ratenkauf im Netz bleibt ein Angebot für eine klar definierte Zielgruppe. Wer ihn nutzt, integriert ihn jedoch schnell fest in sein Zahlungsverhalten – ein Zeichen dafür, dass das Modell für viele Nutzerinnen und Nutzer gut funktioniert. Unsere Daten zeigen, dass ‚Buy now, pay later‘ weniger ein Instrument aus finanzieller Not ist, sondern vor allem als flexibles Zahlungsmittel im Alltag genutzt wird. Entscheidend ist dabei die wiederkehrende Nutzung – sie weist auf ein hohes Maß an Vertrauen und Zufriedenheit hin.

Svenja Nolte, Director Consulting bei Civey
Svenja Zitat

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