Wohnen

Stadt vs. Land: Wo wollen die Deutschen leben?

Die Stadt ist der Lebensraum der Zukunft. Laut Angaben von Statista lebten 2015 knapp drei von vier Deutschen in der Stadt, bis 2030 könnten es 78,6 Prozent sein. Während die Einwohnerzahlen in einigen Kommunen kontinuierlich sinken, wird der Wohnungsmangel im Zuge dieser Entwicklung in einigen Städten immer kritischer. Gleichzeitig empfindet die deutliche Mehrheit der Deutschen (58,3%) es „negativ“, dass ein immer größerer Teil der Menschen in der Stadt wohnt. Werden in Zukunft also wieder mehr Deutsche aufs Land ziehen?

Wir haben die Deutschen repräsentativ dazu befragt, wo sie gerne wohnen möchten, was sie an ihrem Wohnort stört und was sie von einem Umzug aufs Land beziehungsweise in die Stadt überzeugen würde.

Die meisten Deutschen sind zufrieden mit ihrem Wohnort

Fragt man die Deutschen danach, wo sie am liebsten wohnen würden, und wertet man diese Frage nach Bevölkerungsdichte aus, zeigt sich, dass die meisten Bundesbürger zufrieden mit ihrem Wohnort sind. Die Mehrheit derjenigen , die in sehr dicht besiedelten Regionen leben (42,6%), würde sich auch ein Leben in der Großstadt aussuchen. Nur 4,0 Prozent der Städter wünschen sich ein Leben auf dem Dorf. Ähnlich in Gegenden mit mittlerer Bevölkerungsdichte: Hier geben mit 34,4 Prozent die meisten Bundesbürger an, in einer Kleinstadt leben zu wollen. Von den Deutschen, die in sehr dünn besiedelten Regionen leben, wünschen sich die meisten (36,1%) ein Leben auf dem Dorf und nur 4,5 Prozent ein Leben in der Großstadt.

Mehr Natur und eine bessere Infrastruktur sind die besten Argumente für einen Umzug

Das heißt allerdings nicht, dass es keine guten Argumente für einen Umzug geben würde. Was würde die Bundesbürger davon überzeugen ihren Wohnort vom Land in die Stadt zu verlegen und umgekehrt? Jene Deutsche, die in sehr niedrig besiedelten Gebieten wohnen, würden mit 13,5 Prozent am ehesten wegen einer „besseren öffentliche Infrastruktur“ vom Land in die Stadt ziehen. Jeder Zehnte (10,7%) auf dem Land nennt ein „Größeres Kulturangebot“ in der Stadt als wichtigstes Argument für einen Umzug. Die überwiegende Mehrheit derer, die in sehr dünn besiedelten Regionen leben (56,0%), gibt an, dass ein Umzug in die Stadt für sie nicht infrage komme.

Stellt man die Frage anders herum, ergibt sich ein anderes Bild. Jeder dritte Großstädter (31,2%) würde am ehesten wegen der „Nähe zur Natur“ aufs Land ziehen. Rund ein Fünftel (18,7%) gibt „Günstigere Mieten/Immoblienpreise“ an. 27,3 Prozent schließen ein Leben auf dem Land für sich aus.

Günstigere Mieten und gesünderes Leben sprechen für das Land

Die Bereitschaft, von der Stadt aufs Land zu ziehen, ist also deutlich höher als anders herum. Es gibt verschiedene Aspekte, die dies erklären könnten. Zum einen macht sich gut die Hälfte der Städter „Sorgen“, sich ihre Miete in ein paar Jahren nicht mehr leisten zu können.

Darüber hinaus denkt jeder dritte Großtädter (31,9%) , das Leben an seinem Wohnort sei „nicht gesund“. Im Vergleich: Nur 15,2 Prozent aller Bundesbürger und 7,8 Prozenten der Deutschen, die in ländlichen Regionen leben, teilen diese Einschätzung.

Ob das reicht, um der zunehmenden Urbanisierung und der drohenden Verödung der Dörfer entgegenzuwirken, ist fraglich. Fakt ist, dass Handlungsbedarf besteht, damit das Leben auf dem Land sowie in der Stadt langfristig attraktiv bleibt.

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