Bandwagon-Effekt

Der Bandwagon-Effekt (auch Mitläufer- oder Gewinner-Effekt) beschreibt das Phänomen, dass Menschen Meinungen, Entscheidungen oder Verhaltensweisen eher übernehmen, wenn sie den Eindruck haben, dass viele andere dies bereits tun oder dass eine Option „vorn liegt“. Die wahrgenommene Popularität wirkt dabei als soziale Orientierung: Wer „auf den Zug aufspringt“, schließt sich dem vermeintlichen Mehrheits- oder Erfolgskurs an – teils auch dann, wenn eigene Präferenzen schwach ausgeprägt sind oder die inhaltliche Grundlage nicht im Detail geprüft wird.

In der Praxis spielt der Bandwagon-Effekt unter anderem bei Wahl- und Meinungsumfragen sowie in der Konsum- und Kommunikationsforschung eine Rolle. Werden Zwischenstände oder Trends sichtbar (zum Beispiel „Kandidat A liegt klar vorn“ oder „Produkt X ist Bestseller“), kann das die Bereitschaft erhöhen, sich dieser Option anzuschließen. Gleichzeitig wird der Effekt häufig dem Underdog-Effekt gegenübergestellt, bei dem sich Personen eher der als schwächer wahrgenommenen Seite zuwenden.