Varianzaufklärung

Varianzaufklärung bezeichnet den Anteil der Streuung (Varianz) einer Zielgröße, der durch ein statistisches Modell oder durch erklärende Variablen beschrieben werden kann. Sie beantwortet damit die Frage, wie gut ein Modell die beobachteten Unterschiede in den Daten „erklärt“: Je höher die Varianzaufklärung, desto größer ist der Anteil der Variation, der systematisch mit den Prädiktoren oder Gruppenunterschieden zusammenhängt, und desto kleiner ist der verbleibende, nicht erklärte Rest.

In der Praxis wird Varianzaufklärung je nach Verfahren mit unterschiedlichen Kennzahlen ausgedrückt, zum Beispiel:

  • in der linearen Regression häufig über das Bestimmtheitsmaß R² (Anteil der Varianz von Y, der durch das Modell erklärt wird)
  • in Varianzanalysen oder Gruppenvergleichen häufig über Effektstärken wie Eta-Quadrat (η²) oder partielles Eta-Quadrat, die den erklärten Varianzanteil durch einen Faktor beschreiben

  • Wichtig ist: Varianzaufklärung ist ein Maß für Modellgüte beziehungsweise Zusammenhangsstärke, aber sie beweist keine Ursache-Wirkungs-Beziehung.