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Europa

Deutsche sehen größere Gefahr in Zuwanderung als in Populismus

Die Deutschen halten Zuwanderung für das größte Problem in Europa. Populismus landet an zweiter Stelle. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Civey-Umfrage.

Politik | auswertung | 24.08.2016

Die Deutschen halten Zuwanderung für das größte Problem Europas. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von Civey. 30% der Wahlberechtigten sehen demnach die Zuwanderung an erster Stelle. An zweiter Stelle folgt der Populismus, den knapp jede_r Fünfte (19,7%) für die größere Gefahr hält.

TTIP und CETA, die umstrittenen Handelsabkommen der EU mit Kanada und den USA, besorgen 14,1% der Befragten. Die Turbulenzen um Europas schwächelnde Staaten sind aus dem Gedächtnis vieler wohl verschwunden. Lediglich 12,6% sehen die Eurokrise noch an erster Stelle. 12,2% der Befragten halten den Austritt von EU-Mitgliedern für am gefährlichsten.

Auswertung vom 25.08.2016

Ob Zuwanderung als Europas größte Gefahr angesehen wird, hängt stark von der Parteipräferenz der Befragten ab. Unter den AfD-Anhängern nannten 76,1% Zuwanderung als die größte Gefahr. Unter den Unions-Anhänger_innen fand dies nur mit 36,8% Zustimmung. Populismus folgte unter ihnen an zweiter Stelle (23,4%). Unter den AfD-Wähler_innen nannte hingegen nahezu niemand (0,3%) Populismus.

Unter allen anderen Parteianhänger_innen ist die Angst vor Populismus stärker. Insbesondere unter den Grünen-Wähler_innen ist die Angst hier am größten. Sie nannten zu 47,7% Populismus an erster Stelle. Unter den SPD-Wähler_innen waren es 47,7%, unter den LINKE-Wähler_innen 19,4% und unter den FDP-Wähler_innen 27,1%.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Civey unter 2.172 Befragten. Die repräsentative Online-Umfrage unter allen Wahlberechtigten in Deutschland erfolgte im Zeitraum vom 20. Juli – 26. August 2016. Der statistische Fehler beträgt 4,3%. Die Frage nach den Gefahren für Europa ist eine laufende Befragung. Teilnehmer_innen, die abstimmen, sehen die aktuellsten Ergebnisse. In regelmäßigen Abständen wertet Civey sie redaktionell aus. Die Ergebnisse können je nach Zeitdifferenz gegenüber denen im Widget schwanken.


Die Geschichte der Europäischen Union ist die einer wachsender Integration. Damit werden auch Krisen europäischer. 2010 war es die vielbeschriebene Euro-Krise, die als Banken- und Wirtschaftskrise unseren Blick auf die stark auseinanderklaffenden Volkswirtschaften in Europa lenkte. Die Arbeitslosigkeit, insbesondere in den Südstaaten, bekräftigte das Bild der Unterschiede in Europa. 2015 waren es die wachsende Zuwanderung, das Erstarken populistischer Parteien und die Diskussion um die Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada, die medial Aufmerksamkeit erlangten.

Die Frage nach den Gefahren für Europa ist eine laufende Befragung. Teilnehmer_innen, die abstimmen, sehen die aktuellsten Ergebnisse. In regelmäßigen Abständen wertet Civey sie redaktionell aus. Die Ergebnisse können je nach Zeitdifferenz schwanken.


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