Bundesregierung

„Jamaika“ nicht besser als Große Koalition

Die Sondierungsgespräche der „Jamaika“-Parteien dauern schon sechs Wochen an. Ob diese Regierung überhaupt zustande kommt, ist derzeit noch offen. So viel trauen die Deutschen dem Vierer-Bündnis zu.

Politik | auswertung | 19.11.2017

Knapp acht Wochen sind seit der Bundestagswahl vergangen. Auch in dieser Woche haben CDU, CSU, FDP und Grüne ihre zähen Sondierungsgespräche fortgesetzt und harte Verhandlungen geführt. Am Sonntag Abend sollen die Sondierungsgespräche zu einem Abschluss kommen. Dann soll sich entscheiden, ob es zu einer „Jamaika“-Koalition kommen wird oder nicht.

Wir haben die Deutschen gefragt, ob sie der „Jamaika“-Koalition mehr zutrauen würden als der Großen Koalition, die von 2013 bis 2017 regiert hat. Oder würde die Bilanz sogar schlechter ausfallen?

Deutsche pessimistisch

Die Mehrheit der Deutschen (47,9%) glaubt nicht daran, dass „Jamaika“ mehr erreichen würde als die Große Koalition. 16,1 Prozent trauen dem Vierer-Bündnis aus CDU, CSU, FDP und Grünen "genauso viel" zu wie der vorigen Regierung. Immerhin 29,9 Prozent gehen davon aus, dass „Jamaika“ mehr erreichen könnte. Knapp jeder Zehnte (9,3%) geht sogar von "deutlich mehr" aus.

„Jamaika“-Anhänger von ihrer Koalition überzeugt

Angeführt von den FDP-Anhängern mit 53,8 Prozent, gefolgt von den Grünen- (50,5%) und den Unions-Anhängern (48,6%), findet sich unter der Anhängerschaft der „Jamaika“-Parteien selbst das größte Zutrauen in die Arbeit dieser Koalition.

Die größte Ablehnung erfährt das Bündnis unter den Anhängern der AfD. Insgesamt 73,3 Prozent glauben nicht daran, dass mehr erreicht werden könnte als mit der Großen Koalition. 47 Prozent der AfD-nahen Bürger rechnen sogar damit, dass "deutlich weniger" erreicht würde. Auch die potentiellen Wähler von SPD (64,9%) und Linken (54,8%) rechnen nicht mit großen Erfolgen einer Jamaika-Regierung.

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Mehr Zutrauen im Westen

Im Westen Deutschlands glaubt man eher an die Gestaltungskraft einer „Jamaika“-Koalition. Während hier 32,4 Prozent der Deutschen davon ausgehen, dass die neue Regierung mehr erreichen würde als die alte, sind es im Osten des Landes nur 20 Prozent.

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Erwartungen variieren mit Bildungsabschluss

Mit dem Bildungsabschluss steigt auch die Zuversicht in das Handeln einer „Jamaika“-Koalition. Während 32,6 Prozent der Deutschen mit Abitur glauben, „Jamaika“ könnte mehr erreichen als die Große Koalition, sind es unter den Bürgern mit Mittlerer Reife 27 Prozent und unter den Deutschen mit Hauptschulabschluss sogar nur 19,5 Prozent.

Die Überzeugung, dass „Jamaika“ die Große Koalition nicht übertreffen könne, ist hingegen bei den Deutschen mit Hauptschulschluss (63,2%) deutlich stärker ausgeprägt als unter den Deutschen mit Mittlerer Reife (53,9%) oder Abitur (43,3%).

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Bei der Umfrage handelt es sich um eine laufende Befragung. Ergebnisse im Umfrage-Tool werden in Echtzeit ermittelt und können daher von den hier aufgeführten Ergebnissen abweichen. Diese beziehen sich auf den Zeitraum vom 18. Oktober 2017 bis 16. November 2017. Die Stichprobengröße am 16. November liegt bei 5.060 repräsentativ befragten Teilnehmern. Der statistische Fehler für das Gesamtergebnis beträgt 2,5 Prozent.

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