Gleichstellung

Feminist_innen in der Minderheit

Zum Thema Feminismus hat fast jede_r Deutsche eine Meinung. Die Mehrheit distanziert sich von dem Begriff. Große Unterschiede gibt es jedoch bei den Geschlechtern und den verschiedenen Altersgruppen.

Gesellschaft | auswertung | 09.03.2017

Zum Weltfrauentag am 8. März wollten wir wissen: Wie viele Deutsche bezeichnen sich eigentlich selbst als Feminist_innen? Das Ergebnis: 59,8 Prozent lehnen für sich den Begriff ab, 31,8 Prozent sehen sich sogar „ganz und gar nicht“ als feministisch. Dem stehen 36,9 Prozent gegenüber, die von sich selbst sagen, sie sind Feminist_innen, davon jedoch nur 11 Prozent „voll und ganz“.

Gesamtauswertung: Würden Sie sich als Feminist\_in bezeichnen?

Frauen sind gespalten

Größere Unterschiede zeigen sich bei den Geschlechtern. Bei den Frauen würden sich immerhin 48,3 Prozent voll und ganz oder eher als Feministinnen bezeichnen, 49,6 Prozent lehnen den Begriff als Selbstbezeichnung ab. Bei den Männern gibt es nur 28,1 Prozent Ja-Stimmen. Dem stehen 67,6 Prozent Nein-Stimmen gegenüber, 39,5 Prozent der Männer sehen sich sogar „ganz und gar nicht“ als Feministen.

Auswertung nach Geschlechtern: Würden Sie sich als Feminist\_in bezeichnen?

Je jünger desto feministischer

Allgemein lässt sich sagen: je jünger die Befragten, desto größer die Zustimmung zur Frage. Die Altersgruppe der 18 bis 29-Jährigen ist die einzige, bei der die Feminist_innen mit 52 Prozent in der Mehrheit sind. Bei den 30 bis 39-Jährigen sind es 40,3 Prozent. Am wenigsten Feminist_innen gibt es bei den über 65-Jährigen mit 28,2 Prozent.

Die meisten Feminist_innen gibt es bei den Anhänger_innen der Grünen

Bei der Wählerschaft der Grünen und der Linken ist der Anteil der Feminist_innen überdurschnittlich hoch. Ganze 66,2 Prozent der Anhänger_innen der Grünen bezeichnen sich selbst als feministisch, davon 31,4 Prozent „voll und ganz“. Bei der Linken sind es noch 57,6 Prozent, „voll und ganz“ stimmen hier 21,5 Prozent zu. Bei der SPD hält sich der Anteil der Feminist_innen zu den Nicht-Feminist_innen mit 49,4 zu 48,1 Prozent ziemlich die Waage. Mehrheitlich nicht-feministisch verstehen sich FDP- und Unionsanhänger_innen mit mehr als zwei Drittel Nein-Stimmen. Am stärksten sind die Nein-Stimmen bei der AFD mit 80,1 Prozent und einer absoluten Mehrheit von 50,8 Prozent der Wähler_innen, die sogar „ganz und gar nicht“ angegeben haben.

Auswertung nach Parteipräferenz: Würden Sie sich selbst als Feminist\_in bezeichnen?

Bei der Umfrage handelt es sich um eine laufende Befragung. Ergebnisse werden in Echtzeit aktualisiert und können daher je nach zeitlicher Differenz von denen im Widget abweichen Zum Stand der Ergebnisermittlung am 10. März 2017 um 14 Uhr wurden 3.007 Teilnehmer_innen berücksichtigt. Der statistische Fehler des Gesamtergebnisses beträgt 2,8 Prozent.


Der Feminismus in Europa entstand mit den Emanzipationsbestrebungen im Zuge der Aufklärung und errang seither hart erkämpfte Etappensiege, die heute selbstverständlich erscheinen: Frauenwahlrecht, Geschäftsfähigkeit verheirateter Frauen, 1972 das „Gesetz über die Unterbrechung der Schwangerschaft“ und Ende der 90er wurde auch Vergewaltigung in der Ehe ein Strafbestand. Trotzdem is der Feminismusbegriff in der öffentlichen Wahrnehmung oft negativ besetzt. Laut Tagesspiegel scheint es nun sogar wieder eine "rückläufige Entwicklung" zu geben. Mit der neuen rechten Bewegung nähmen Angriffe auf als selbstverständlich empfundene Frauenrechte wieder zu.

Civey stellt daher die Frage: Wie steht es um den Feminismus in Deutschland. Würden Sie sich selbst als Feminist oder Feministin bezeichnen?

Die Umfrage ist eine laufende Befragung. Teilnehmer_innen, die abstimmen, sehen die aktuellsten Ergebnisse. Civey wertet diese redaktionell aus.


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