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Zuwanderung

Die Mehrheit der Deutschen sagt: Zuwanderung bringt Vorteile

Die Frage, ob Deutschland vom Zuzug von Menschen aus dem Ausland profitiert, wird spätestens seit August 2015 kontrovers diskutiert. Civey-Zahlen zeigen: gut die Hälfte der Deutschen bejaht dies.

Gesellschaft | auswertung | 25.05.2017

53,2 Prozent der Deutschen stimmen der Aussage “Deutschland profitiert von dem Zuzug von Menschen aus dem Ausland” zu. Dabei glaubt ein Fünftel der Befragten, dass der Zuzug “auf jeden Fall” von Vorteil für Deutschland ist und fast ein Drittel (30,7%) stimmen der Aussage eher zu. Zu diesem Ergebnis kommt eine unserer aktuellen Umfragen, bei der über 5.000 wahlberechtigte Deutsche repräsentativ befragt worden sind.

Gleichzeitig gibt es aber auch einen großen Anteil der Bevölkerung, der nicht daran glaubt, dass Deutschland durch den Zuzug profitiert. Fasst man die ablehnenden Antwortmöglichkeiten “Eher nein” und “Nein, auf keinen Fall” zusammen, beurteilen 36,6 Prozent der Deutschen den Zuzug als nachteilhaft. 10,2 Prozent der Deutschen sind unentschieden.

Auch die Unions-Anhänger_innen glauben mehrheitlich, dass Deutschland vom Zuzug aus dem Ausland profitiert

Wird die aktuelle Wahlpräferenz der Befragten berücksichtigt, bestätigt sich die Erwartung an links- bzw. rechtsgerichtete Parteianhänger_innen nur teilweise: Die Anhänger_innen der AfD beurteilen den Zuzug von Menschen aus dem Ausland am negativsten. Ganze 92 Prozent der AfD-Wählerschaft glauben, dass Deutschland “eher nicht” (39,8%) oder “auf keinen Fall” (52,2%) von dem Zuzug profitiert.

Auf der anderen Seite sind über 90 Prozent der Grünen-Anhänger_innen davon überzeugt, dass Deutschland vor allem Vorteile aus der Zuwanderung zieht. Auch die Wählerschaft der SPD (zu 76,5%), der Linken (zu 69,8%) und sogar der Union (zu 58,8 %) stimmen mehrheitlich der Aussage zu.

Allein bei den FDP-Anhänger_innen zeigt sich eine Überraschung. Denn sowohl die Anteile der Zustimmung zu der Aussage (42,3%) als auch der Ablehnung (40%) liegen sehr nah beieinander. Zudem gibt es bei der FDP-Wählerschaft die größte Gruppe der “Unentschiedenen” mit fast 18 Prozent.

Jüngere halten Einwanderung häufiger für vorteilhaft

Bei einem Blick auf die Altersanalyse lässt sich keine klare Tendenz erkennen. Denn obwohl die Zustimmung, dass Deutschland durch den Zuzug von Menschen aus dem Ausland profitiert, mit steigendem Alter sinkt und die Ablehnung steigt, bildet die Altersgruppe der über 65-Jährigen eine Ausnahme. Während die Gruppe der 18 bis 29-Jährigen Deutschen noch zu 61,3 Prozent den Zuzug als profitabel bewerten, sinkt dieser Wert über die Altersgruppen hinweg auf 48,3 Prozent bei den 50 bis 64-Jährigen, um dann noch einmal auf 55,2 Prozent in der Altersgruppe über 65 Jahren anzusteigen.

In den neuen Bundesländern ist man skeptischer

Befragte aus Ostdeutschland beurteilen einen Zuzug nach Deutschland nur zu 45,8 Prozent als profitabel (43,4% als nachteilig), während 54,8 Prozent der Befragten aus Westdeutschland glauben, dass Deutschland von Zuwanderung profitiert (im Gegensatz zu 35,1%). In beiden Gruppen ist der Anteil der Unentschiedenen in etwa gleich groß.

Männer beurteilen Zuwanderung positiver als Frauen

Auch bei den Geschlechtern zeigen sich Unterschiede: Obwohl sowohl Männer als auch Frauen den Zuzug von Menschen aus dem Ausland mehrheitlich als vorteilhaft für Deutschland beurteilen, sind es die Männer, die sogar zu 55,3 Prozent (im Gegensatz zu 50,5% bei den Frauen) zustimmen.

Bei der Umfrage handelt es sich um eine laufende Befragung. Ergebnisse werden in Echtzeit aktualisiert und können daher je nach zeitlicher Differenz von denen im Widget abweichen. Zum Stand der Ergebnisermittlung am 26. Mai 2017 wurden 5.011 Teilnehmer_innen repräsentativ berücksichtigt. Die genaue Fragestellung lautete: „Glauben Sie, dass Deutschland durch den Zuzug von Menschen aus dem Ausland profitiert?“. Der statistische Fehler des Gesamtergebnisses beträgt 2,5 Prozent.



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