Bundestagswahl

Bundestagswahl Spezial: Angela Merkel vs. Martin Schulz

Europapolitik, Innere Sicherheit, Soziale Gerechtigkeit - wer kann das am besten? Civey zeigt, welchem Kandidaten die Deutschen mehr Kompetenz zuschreiben und wen sie lieber zum Bundeskanzler hätten.

Politik | auswertung | 31.08.2017

Fragt man die Deutschen nach ihrem persönlich wichtigsten Thema für die anstehende Bundestagswahl, so zeichnen sich besonders zwei Themen deutlich von den anderen ab: Soziale Gerechtigkeit (29,6% der Stimmen) und Innere Sicherheit (27,2% der Stimmen). Für "Arbeit und Wirtschaft", "Außen und Europa" und "Schule und Bildung" haben sich jeweils rund 10 bis 11 Prozent der Deutschen entschieden. Familienpolitik ist nur noch für 2,2 Prozent das wichtigste Thema.

Civey wollte deshalb wissen: Welchem der beiden Kanzlerkandidaten von SPD und Union trauen die Deutschen bei den für sie wichtigsten Wahlkampfthemen mehr zu: Angela Merkel oder Martin Schulz? So hat Deutschland abgestimmt:

Deutsche vertrauen Angela Merkel beim Thema Innere Sicherheit


Geht es um die Sicherheit, liegt die amtierende Bundeskanzlerin klar vor ihrem Herausforderer. 38,5 Prozent glauben, dass Angela Merkel als Kanzlerin am besten für Innere Sicherheit sorgen kann. Bei Martin Schulz denken dies nur 17,2 Prozent. Insgesamt 31,4 Prozent glauben, dass andere Spitzenkandidaten bei diesem Thema kompetenter sind.

Aufschlussreich ist hier eine Auswertung nach Parteianhängerschaft. Selbst 11,7 Prozent der SPD-Anhänger halten Angela Merkel auf dem Gebiet der Inneren Sicherheit für kompetenter als Martin Schulz. Bei den Anhängern der Grünen liegen Merkel und Schulz hier fast gleichauf (30,4 Prozent für Merkel gegenüber 28,9 Prozent für Schulz). Bei der FDP-Anhängerschaft kommt Angela Merkel auf 44,9 Prozent der Stimmen, 42,5 Proztent halten jedoch einen anderen Kandidaten für kompetenter.

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Bei den Wählern, die vorhaben ihr Kreuz bei der Linken zu machen, liegt Schulz zwar vor Merkel, jedoch kommen hier andere Spitzenkandidaten mit 40,2 Prozent auf einen höheren Stimmenanteil. Am wenigsten Vertrauen in die beiden Spitzenkandidaten von Union und SPD bei diesem Thema haben die Anhänger der AfD. Nur 8,3 Prozent trauen Merkel zu, am besten für Innere Sicherheit zu sorgen, Martin Schulz sogar nur 1,9 Prozent.

Bei Sozialer Gerechtigkeit führt Martin Schulz


SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz punktet beim Thema Soziale Gerechtigkeit. Knapp jeder Dritte (32,8%) glaubt, dass Schulz als Bundeskanzler am besten für Soziale Gerechtigkeit sorgen würde. 29,9 Prozent haben sich insgesamt für andere Kandidaten entschieden. Angela Merkel kommt immerhin auf 28,2 Prozent der Stimmen.

Männer und Frauen sind dabei unterschiedlicher Meinung. Allgemein kommt Angela Merkel auf diesem Gebiet bei den Frauen deutlich besser an als bei den Männern. Sie liegt hier mit 29,1 Prozent der Stimmen knapp hinter Martin Schulz (30,5%). Bei den Männern hat Martin Schulz mit 35,1 Prozent einen deutlicheren Vorsprung vor Angela Merkel (27,2%).

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Angela Merkel die Nummer 1 beim Thema Europapolitik


Obwohl Martin Schulz als ehemaliger Präsident des EU-Parlaments auf diesem Gebiet bereits einschlägige Erfahrung gesammelt hat, halten die meisten Deutschen (38,3%) Angela Merkel für die bessere Europapolitikerin. Bei der Frage, welcher Kandidat als Bundeskanzler die beste Europapolitik betreiben würde, kommt Martin Schulz auf 29,6 Prozent der Stimmen. Knapp jeder Vierte (23,7%) denkt, dass ein anderer Kandidat es besser machen würde.

Ein Vergleich zwischen Ost und West zeigt: Sowohl in den neuen als auch in den alten Bundesländern landet Angela Merkel auf Platz 1. Größere Unterschiede zeigen sich jedoch bei Martin Schulz. Nur 22,9 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung in Ostdeutschland denkt, dass der SPD-Spitzenkandidat als Bundeskanzler die beste EU-Politik betreiben würde, im Westen sind es immerhin 31,1 Prozent. 31,6 Prozent der wahlberechtigten Deutschen in den neuen Bundesländern halten andere Kandidaten für geeigneter als Martin Schulz.

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Merkel oder Schulz: Wer soll das Rennen machen?


Fragt man die Deutschen, welchen der beiden Kandidaten sie insgesamt für kompetenter, führungsstärker oder glaubwürdiger halten, so zeigt sich eine klare Präferenz. Kein Wunder also, dass 47,3 Prozent nach der Bundestagswahl einem Kandidaten ganz klar den Vorzug geben würden.

Für die Umfragen hat Civey über 5.000 Menschen im August 2017 befragt. Der statistische Fehler liegt bei 2,5%.


Sigmar Gabriel überlasst die Kanzlerkandidatur dem Mann mit den besseren Umfragewerten. Im direkten Vergleich hatte sich bereits vor der Bekanntgabe eine Mehrheit der Deutschen für Martin Schulz als SPD-Kanzlerkandidat ausgesprochen. Momentan liegt die CDU im Wahltrend noch deutlich vor der SPD. Wie viele Deutsche kann Martin Schulz tatsächlich überzeugen?

Civey möchte wissen: Wenn die Deutschen sich zwischen den Kandidaten der CDU und SPD entscheiden müssten, wen hätten sie dann lieber als Bundeskanzler_in? Angela Merkel oder Martin Schulz?

Die Umfrage ist eine laufende Befragung. Teilnehmer, die abstimmen, sehen die aktuellsten Ergebnisse für Deutschland. Civey wertet diese redaktionell aus.


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