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Flüchtlingspolitik

So denkt Deutschland über die "Obergrenze" der Union

Für die meisten Deutschen ist die Einigung von CDU und CSU beim Streitthema "Obergrenze" kein guter Deal. Mehrheitlich zufrieden mit dem Ergebnis sind nur die Anhänger von Union und FDP.

Politik | auswertung | 13.10.2017

Am 8. Oktober haben sich die Parteispitzen von CDU und CSU nach langen Verhandlungen auf einen gemeinsamen Kurs in der Flüchtlingspolitik geeinigt. Die von CSU-Parteichef Horst Seehofer geforderte Zahl von maximal 200.000 aufgenommenen Flüchtlingen pro Jahr wurde dabei als Richtwert festgelegt. Konkrete Maßnahmen, wie Fluchtursachenbekämpfung, die Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitländern nach dem Vorbild des EU-Türkei-Abkommens oder der Schutz der EU-Außengrenzen, sollen dabei helfen, dieses Ziel einzuhalten.

Die "Obergrenze" ist allerdings nicht unumstößlich, es gibt Ausnahmen und in Sondersituationen kann sie von der Bundesregierung nach oben korrigiert werden.

Über die Hälfte lehnt "Obergrenze" der Union ab

Die Mehrheit der Deutschen lehnt diesen Kompromiss ab. Insgesamt 54 Prozent beurteilen diese Form der "Obergrenze" negativ. 29 Prozent bewerten den Kompromiss hingegen positiv. 13,2 Prozent sind unentschieden.

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Nur Unions- und FDP-Anhänger mehrheitlich zufrieden

Mehr Aufschluss gibt eine Auswertung nach Parteianhängerschaft. Nur die Anhänger von Union und FDP beurteilen den Kompromiss von CDU und CSU mehrheitlich positiv. Die Anhänger aller anderen in den Bundestag gewählten Parteien sind jedoch größtenteils anderer Meinung. Es ist anzunehmen, dass der Kompromiss für einige dabei nicht weit genug geht, für andere hingegen zu weit. So sehen sowohl AfD-Anhänger als auch die Anhänger von SPD, Linke und Grüne die "Obergrenze" zu über 67 Prozent negativ.

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Bei der Umfrage handelt es sich um eine laufende Befragung. Ergebnisse im Umfrage-Widget werden in Echtzeit ermittelt und können daher von den hier aufgeführten Ergebnissen abweichen. Diese beziehen sich auf den Zeitraum vom 9. bis 12. Oktober 2017. Die Stichprobengröße am 12. Oktober liegt bei 5.042 repräsentativ befragten Teilnehmern. Der statistische Fehler für das Gesamtergebnis beträgt 2,5 Prozent.


Nach jahrelangem Streit haben sich CDU und CSU am Sonntag auf eine gemeinsame Zuwanderungspolitik geeinigt. Der Kompromiss enthält die von CSU-Parteichef Horst Seehofer geforderte Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen pro Jahr als eine Art Richtwert. Verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel Fluchtursachenbekämpfung, Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitländern sowie der Schutz der EU-Außengrenzen, sollen die Einhaltung dieses Ziels gewährleisten. Allerdings gibt es Ausnahmen und die Bundesregierung kann die Grenze bei Bedarf nach oben korrigieren.

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Die Umfrage ist eine laufende Befragung. Teilnehmer, die abstimmen, sehen die aktuellsten Ergebnisse in Echtzeit. Civey wertet diese redaktionell aus.


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