240817 us atomwaffen tw
Verteidigung

Deutsche Mehrheit für einen Abzug von US-Atomwaffen

Die Forderung nach nuklearer Abrüstung ist nicht neu. Jüngst hat sich auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz für den Abzug der in Deutschland stationierten US-Atomwaffen ausgesprochen.

Politik | auswertung | 25.08.2017

63,5 Prozent der Deutschen sind der Meinung, die Bundesregierung sollte sich für einen Abzug der in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen einsetzen. Fast die Hälfte (47,1%) denkt, die Regierung sollte sich sogar "auf jeden Fall" dafür engagieren. Rund drei von zehn Deutschen (29%) sind anderer Meinung.

Nur die Anhänger einer Partei sind gespalten


Eine Auswertung nach Wahlabsicht zeigt: Bei fast allen Parteianhängern findet sich eine Mehrheit für ein verstärktes Engagment der Bundesregierung hin zur nuklearen Abrüstung. Besonders häufig wird dies befürwortet von Anhängern der Linken (92,6%), der SPD (92,3%) und der Grünen (84,3%). Selbst bei der FDP-Anhängerschaft findet sich noch eine Mehrheit für den Abzug der Atomwaffen (46,6% Zustimmung gegenüber 40,5% Ablehnung). Einzig bei den Anhängern der Unionsparteien ist das Verhältnis der Ja- und Nein-Stimmen ausgeglichen (45,1% Zustimmung gegenüber 45,5% Ablehnung).

Grafische Auswertung nach Wahlabsicht: Sollte sich die Regierung für einen Abzug der in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen einsetzen?

Frauen deutlich häufiger für einen Abzug


Deutliche Unterschiede zeigen sich auch bei den Geschlechtern. Während insgesamt 69,3 Prozent der Frauen die Forderung untersützen, sind es bei den Männern nur 58,2 Prozent. Rund ein Drittel der Männer (34,7%) ist dagegen, dass sich die Bundesregierung für einen Abzug der Atomwaffen einsetzt. Bei den Frauen sind es nur 22,9 Prozent.

240817 weekly NL ost-west geschlecht-min

Unterschiede zwischen Ost und West


Die Zustimmung zur Forderung nach nuklearer Abrüstung ist vor allem in Ostdeutschland besonders hoch (70,2%). 52,5 Prozent haben hier die Frage mit "Ja, auf jeden Fall" beantwortet. In den alten Bundesländern sind es ingsesamt 61,8 Prozent, davon 45,8 Prozent der Stimmmen für "Ja, auf jeden Fall". Drei von zehn Menschen in Westdeutschland (30,1%) lehnen die Forderung hingegen ab, im Osten liegt die Ablehnung bei 24,8 Prozent.

Bei allen Civey Umfragen handelt es sich um laufende Befragungen. Ergebnisse werden in Echtzeit aktualisiert und können daher je nach zeitlicher Differenz von denen im Widget abweichen. Zum Stand der Ergebnisermittlung am 24. August 2017 wurden 5.019 Teilnehmer repräsentativ berücksichtigt. Der statistische Fehler des Gesamtergebnisses beträgt 2,5 Prozent.


Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz kündigte an, sich nach einem möglichen Wahlsieg dafür einsetzen zu wollen, dass die in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen abgezogen werden. Rüstungsbegrenzung und nukleare Abrüstung seien dringend erforderlich, so Schulz. Der außenpolitische Sprecher der Union, Jürgen Hardt, kritisierte, das gemeinsame Ziel einer atomwaffenfreien Welt werde nicht dadurch erreicht, dass diejenigen einseitig Atomwaffen reduzierten, die damit verantwortungsvoll umgingen.

Civey stellt daher die Frage: Sollte sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass die in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen abgezogen werden?

Die Umfrage ist eine laufende Befragung. Teilnehmer, die abstimmen, sehen die aktuellsten Ergebnisse im Widget. Civey wertet diese redaktionell aus.


Weitere interessante Themen:

Civey Newsletter Illustration

Bleiben Sie informiert mit uns

Mit unserem Newsletter informieren wir Sie regelmäßig über neue Umfragen und Analysen. Registrieren Sie sich jetzt!