Meinungsforschung_bioprodukte_im_trend

„Bio“ ist angesagt wie nie - und der Markt ist noch lange nicht gesättigt

„Bio“ ist „in“

Der Markt für Bio-Lebensmittel boomt. In Deutschland haben sich die Umsätze in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt - von 4,6 Milliarden im Jahr 2006 auf rund 9,5 Milliarden Euro im Jahr 2016. Entsprechend stieg auch der Anteil von Bio-Lebensmitteln am gesamten Lebensmittelumsatz von 2,9 Prozent (2006) auf 5,2 Prozent (2016). Nach dem Pro-Kopf-Umsatz ist Deutschland damit in den Top 10 weltweit vertreten. Auch die Zahl der Käufer von Bioprodukten ist in den letzten Jahren gewachsen.

Frauen legen wert auf Bio-Siegel

So achtet heute fast die Hälfte der deutschen Frauen (49,3%) beim Einkauf darauf, dass die Lebensmittel im Warenkorb als Bioprodukte ausgewiesen sind. Bei den Männern spielen Bio-Siegel immerhin für 36 Prozent eine Rolle. Die Mehrheit der Männer (42,3 Prozent) gibt allerdings an, nicht auf Bio-Siegel beim Lebensmittelkauf zu achten, jeder fünfte (19,6%) achtet sogar gar nicht darauf.

Die Nachfrage nach Bioprodukten steigt

Das Wachstum geht nicht zuletzt auf ein gesteigertes Angebot auch außerhalb von ausgewiesenen Bioläden zurück. Aktuell sind im deutschen Handel mehr als 70.000 Artikel mit Bio-Siegel erhältlich, immer mehr auch im klassischen Lebensmitteleinzelhandel - in Supermärkten und in Discountern.

Für die Konsumenten gibt es jedoch Raum nach oben. Eine weitere Civey-Umfrage zeigt: Das vorhandene Angebot an Bio-Lebensmitteln in deutschen Supermärkten ist den Kunden nicht groß genug. Fast die Hälfte der Deutschen (49,1 Prozent) wünschen sich auch außerhalb von Bioläden eine umfangreichere Auswahl an Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung.

Auch hier sind es vor allem Frauen (insgesamt 54,4 Prozent), die gerne eine größere Produktpalette an Biolebensmitteln in deutschen Supermärkten sehen würden. 28 Prozent der Frauen wünschen sich sogar „auf jeden Fall“ ein umfangreicheres Bio-Angebot.

Auch Männer wollen mehr „bio“ in Supermärkten

Umso überraschender, dass selbst eine Mehrheit der Männer (insgesamt 43,9%) das Bedürfnis nach mehr Bio-Produkten in Supermärkten äußert. Rund jeder Fünfte (19,3%) wünscht sich sogar „auf jeden Fall“ ein umfangreicheres Bio-Sortiment. 26,7 Prozent der Männer sind bei diesem Thema unentschieden. 29,4 Prozent haben hingegen eher keinen oder gar keinen Bedarf an mehr „bio“.

Obwohl die Mehrheit der Männer angibt, beim Einkauf nicht auf „bio“ zu achten, besteht dennoch auch bei den Männern ein grundsätzliches Interesse an mehr Lebensmitteln aus ökologischer Produktion in deutschen Supermärkten. Stellt sich die Frage: Woher rührt die Diskrepanz zwischen der positiven Einstellung zu mehr „bio“ und dem geringen Anteil der Männer, für die Bio-Siegel tatsächlich auch beim Einkauf eine Rolle spielen?

Immerhin sind 39,8 Prozent der Konsumenten, die beim Lebensmitteleinkauf „sehr“ auf Bio-Siegel achten, Männer. Unter den Käufern, die „eher“ auf Bio-Siegel achten, liegt der Männeranteil bei 41,4 Prozent. Das geht aus einer Civey-internen Zielgruppenanalyse hervor.

Das grundsätzliche Interesse der männlichen Bevölkerung an mehr Bioprodukten legt nahe: auch hier gibt es Raum nach oben.

Bei den Umfragen handelt es sich um laufende Befragungen. Ergebnisse im Live-Umfragetool werden in Echtzeit ermittelt und können daher von den hier aufgeführten Ergebnissen abweichen. Civey hat von August bis Dezember mehr als 5.000 Teilnehmer pro Umfrage repräsentativ befragt. Der statistische Fehler für die Gesamtergebnisse beträgt jeweils 2,5 Prozent.

Sie wollen nie wieder einen spannenden Artikel verpassen?

Dann melden Sie sich jetzt für den Civey PRO Newsletter an.

Sie können sich jederzeit vom Newsletter abmelden.