Civey fragt, wie Deutschland tickt

Kein Schwein ruft mich an…

Nichts hat unser Gesprächsverhalten so sehr verändert wie die Telekommunikation – erst das Telefon vor 141 Jahren und dann seit 30 Jahren das World Wide Web haben unsere Art zu kommunizieren maßgeblich verändert. Aber im Gespräch mit dem Arzt bleibt alles beim Alten.

Civey wollte von den Deutschen wissen, „welches Kommunikationsmittel sie am häufigsten nutzen, um mit ihrem privaten Umfeld in Kontakt zu bleiben“. Das „persönliche Gespräch“ landete abgeschlagen auf Platz 3: Nur 12,5 Prozent der Befragten wählen den unmittelbaren menschlichen Kontakt. Mehr als doppelt so viele (28,0%) setzen vornehmlich auf das „klassische Telefonieren“. Für mehr als die Hälfte der Befragten (52,8%) allerdings ist ein Instant Messenger-Service wie zum Beispiel WhatsApp das meist verwendete Kommunikationsmedium. Damit wird die Kommunikation zunehmend asynchron und der unmittelbare Austausch tritt zurück.

Alles und jedes hat seine Zeit – auch die klassische Textnachricht (SMS). Der wichtigste Träger der kurzen knappen Kommunikation in den Nuller Jahren ist heute nur noch für 1,9 Prozent der Befragten eine favorisierte Kommunikationsmethode. Ähnliches gilt für Internet-Telefonie wie zum Beispiel Skype, das nur für 1,1 Prozent der Befragten top ist. Und auch soziale Medien (wie Facebook oder Instagram) sind nur für einen von hundert Befragten interessant. Anders sähe dies freilich aus, wenn es sich um das berufliche Netzwerk handelt, wo Plattformen wie Xing oder LinkedIn hohe Akzeptanz haben.

Der Nächste, bitte!

Völlig unberührt von digitalen Kommunikationsmedien ist der Besuch beim Arzt oder Therapeuten. 80,9 Prozent der Befragten verneinten die Frage, ob sie „jemals mit ihrem Arzt, Therapeuten oder Apotheker auf virtuellem Wege kommuniziert“ haben. Lediglich 12,7 Prozent haben ihrem Arzt schon mal eine E-Mail geschickt. Nur eine verschwindende Minderheit hat schon einmal über einen Messenger-Dienst (1,6%), eine Gesundheits-App (0,9%) oder über einen Videoanruf (0,5%) ärztlichen Rat gesucht. Immerhin 1,3 Prozent der Befragten haben sogar schon mehrere der virtuellen Wege beschritten.

Die Beziehung zum Arzt ist von Vertrauen und Vertraulichkeit geprägt. Das gilt – mit Abstrichen – im Grunde auch für den Behördengang. Aber hier sehnen sich die Deutschen nach weniger direkter Kommunikation und würden gerne virtuell mit dem Amt kommunizieren. Eine deutliche Mehrheit (54,9%) wünschen sich bei Behörden und Ämtern „am ehesten einen Ausbau der digitalen Dienstleistungen für die Bürger“. Abgeschlagen auf dem zweiten Platz liegen Schulen und Universitäten mit 17,5 Prozent der Nennungen. Auch im Gesundheitswesen (7,6%), dem öffentlichen Personennahverkehr (6,6%) und bei anderen öffentlichen Einrichtungen (3,8%) wie beispielsweise Bibliotheken können sich die Deutschen mehr Online vorstellen.

Doch oft hapert´s noch mit den digitalen Angeboten. Dabei wäre die Infrastruktur auf der Benutzerseite eigentlich schon da: rein rechnerisch gibt es in Deutschland mehr Smartphones als Einwohner. Und jeder fünfte Smartphone-Benutzer (21,2%) glaubt ohnehin nicht, auf sein mobiles Endgerät en Mobilanschluss ins World Wide Web verzichten zu können. Ein weiteres Fünftel (20,9%) traut sich das immerhin für einen Tag zu. Und ein knappes Viertel (23,9%) könnte sich sogar vorstellen bis zu einer Woche auf das Handy in der Hand zu verzichten.

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