Civey fragt, wie Deutschland tickt

Europa – alternativlos?

Die Brexit-Verhandlungen machen deutlich: man kann aus der Europäischen Union nicht ohne Schaden für das eigene Land aussteigen. Denn Europa ist nicht nur ein komplizierter Kontinent, es ist auch eine komplexe Schicksalsgemeinschaft. Das sehen auch die Deutschen so, wie Civey herausfand. Dennoch stehen sich die Lager der Befürworter und Gegner unversöhnlich gegenüber.

Die Fraktion der EU-Befürworter bleibt ähnlich stabil wie die der Gegner – und die Gesellschaft ist mehr oder weniger im Verhältnis 2:1 gespalten: 67,6 Prozent der Befragten beurteilen am Stichtag 23. Januar 2019 die EU-Mitgliedschaft für Deutschland als „vorteilhaft” (39,7% „sehr vorteilhaft“, 27,9% als „eher vorteilhaft“). Zu Beginn des Jahres (2. Januar 2019) lag der Anteil der EU-Befürworter noch bei 65,3 Prozent. In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres pendelte die Zustimmung bei circa 62 Prozent.

Gegenläufig entwickelte sich der Anteil derer, die die EU-Mitgliedschaft als nachteilig für Deutschland sehen. Im Februar 2018 sahen 28,5 Prozent der von Civey Befragten die EU-Mitgliedschaft für Deutschland „nachteilig“. Ihr Anteil erhöhte sich jedoch in der zweiten Hälfte 2018 auf gut ein Drittel (34,9% im Oktober 2018), ehe sich wieder eine positivere Einschätzung einstellte. Zum heutigen Stichtag liegt der Anteil derer, die die EU-Mitgliedschaft als nachteilig einschätzen bei 30,3 Prozent.

Nachgefragt

Grund genug für Civey, heute noch einmal genau nachzufragen. Auf die Frage: „Überwiegen bei der Mitgliedschaft Deutschlands in der EU Ihrer Meinung nach eher die Vorteile oder eher die Nachteile?“, sehen 73,9 Prozent die „Vorteile", während für 24,1 Prozent die „Nachteile” überwiegen. Dabei ist es bemerkenswert, dass gut die Hälfte (53,8%) „eindeutig die Vorteile“ sieht. Und ebenso bemerkenswert ist es, dass nur 2,2 Prozent keine Meinung zu dieser Frage entwickeln. Europa und die Mitgliedschaft in der EU sind also Themen, zu denen die Deutschen klar Stellung beziehen.

Aktiv und kooperativ

Dabei soll sich die deutsche Außenpolitik noch stärker in der Europäischen Union engagieren, meinen 74,1 Prozent der Befragten. Etwa jeder Fünfte (22,5%) findet allerdings, dass das deutsche Engagement eher heruntergefahren werden sollte. Doch aktiv muss nicht dominant heißen, finden die Deutschen. 76,2 Prozent empfehlen der deutschen Außenpolitik eine kooperative Haltung, 22,3 Prozent meinen hingegen, der deutsche Auftritt in Brüssel und Straßburg könne durchaus dominanter sein.

Und die Briten?

Im Dezember 2018 waren drei Viertel der Befragten (75,3%) der Meinung, die Briten sollten die Möglichkeit bekommen, ein zweites Mal über den Austritt aus der EU abzustimmen. 20,6 Prozent waren dagegen.