Civey fragt, wie Deutschland tickt

Deutschland will wählen

Die Deutschen wollen den politischen Wechsel. Diese Einschätzung verstärkt sich seit den beiden Landtagswahlen und dem Wahlkampf um den CDU-Vorsitz von Woche zu Woche zusehends. Die Beurteilung der Kanzlerschaft Angela Merkels (CDU) ist dabei gespalten. Während 54,6, Prozent der von Civey Befragten mit ihrer Leistung „unzufrieden“ sind, beurteilen andererseits 43,7 Prozent, dass sich Deutschland unter den von Angela Merkel geführten Bundesregierungen zum Besseren gewandelt hat.

Ruf nach Neuwahlen

Doch während Angela Merkel den Platz im CDU-Vorsitz räumt und sich im Wahlkampf der drei möglichen Nachfolger – Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn – nicht nur ein personeller, sondern auch ein politischer Kurswechsel abzeichnet, sehen die Deutschen zunehmend in Neuwahlen zum Bundestag den richtigen Weg für einen Neuanfang, der dann aller Voraussicht nach ohne eine erneute Kanzlerkandidatur von Angela Merkel bestritten würde. 53,5 Prozent sprechen sich aktuell für Neuwahlen aus. Das ergab eine Civey-Umfrage, die für wahlberechtigte Bürger (über 18 Jahre) repräsentativ ist.

Schon nach der Landtagswahl in Bayern waren die Zeichen auf Neuwahlen gesetzt. Damals tendierten 50,3 Prozent der Befragten zu Neuwahlen. 40,9 Prozent sprachen sich damals für die Fortführung der Großen Koalition aus. Das wollen heute nur noch 35,2 Prozent.

Mögliche Alternativen

Doch die Ungewissheit darüber, welche Mehrheiten sich nach Neuwahlen im Bundestag ergeben könnten, scheint auch für viele für eine Fortführung der Großen Koalition unter den jetzigen Mehrheitsverhältnissen zu sprechen. Kurz nach den Landtagswahlen in Bayern und Hessen fanden noch 40,9 Prozent, die bestehende Bundesregierung solle ihre Arbeit fortsetzen. Aktuell sehen das noch 35,2 Prozent so. Auf die Frage: „Wie soll es Ihrer Meinung nach am ehesten mit der Bundesregierung in naher Zukunft weitergehen?“ präferierte eine kleine Mehrheit die Fortsetzung der Arbeit unter CDU-Führung. Neben der Großen Koalition (27,7%) sahen die Befragten zu 12,9 Prozent in einer „Unions-geführten Minderheitsregierung” oder in einer neu zu verhandelnden Jamaika-Koalition (14%) Alternativen.

Andere Schwerpunkte

Wie auch immer die Bundesregierung in den kommenden Monaten aussehen wird – die Deutschen wünschen sich eine andere Themensetzung. Zwar nennen nach wie vor 22,8 Prozent „Migration/Integration“ als das Thema, um das „sich die Politik ihrer Meinung nach aktuell am meisten kümmern“ sollte. Doch den Aufgabenbereich „Gesundheit/Rente/Sozialsysteme“ sehen mit 28,4 Prozent die meisten der Befragten als am wichtigsten an. Mit großem Abstand folgen „Wohnungen/Infrastruktur“ (12,9%), „Innere Sicherheit“ (10,6%) und „Umwelt/Klimaschutz“ (10,1%). „Wirtschaft/Arbeitsplätze“ (6%) und „Außenpolitik/Europa“ (4,9%) sind dagegen eher Randthemen.

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