Civey fragt, wie Deutschland tickt

CDU wählt Annegret Kramp-Karrenbauer

Kramp-Karrenbauer CDU Parteitag 2014 by Olaf Kosinsky-24, CC BY-SA 3.0 DE / bearbeitet von Civey

Der CDU-Sonderparteitag hat sich für Annegret Kramp-Karrenbauer als neue Parteivorsitzende entschieden. Der unaufhaltsame Aufstieg der Saarländerin ist auch in den Civey-Umfragen des Jahres 2018 nachzuverfolgen. Über die Frage, ob sie die Spaltung innerhalb der Union überwinden wird, sind die Deutschen allerdings genauso gespalten wie die Parteimitglieder selbst…

Auf die Frage, „Denken Sie, dass die Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) zur CDU-Chefin den Zusammenhalt in der CDU eher stärken oder eher schwächen wird?“, tendieren 38,9 Prozent des Teilnehmer-Panels zur Einschätzung, sie werde den Zusammenhalt stärken. Aber fast ebenso viele, nämlich 35,1 Prozent, glauben an eine Schwächung. Sehr hoch ist überdies der Anteil derjenigen, die sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht festlegen wollen: 26,0 Prozent sind unentschieden.

Kann AKK Kanzlerin?

Zwar hat Angela Merkel lediglich das Amt der CDU-Vorsitzenden abgegeben, aber nach einem ungeschriebenen Gesetz ist der oder die Unions-Vorsitzende stets auch die erste Wahl für die Kanzlerkandidatur. Diese Frage stellt sich zwar vorerst nicht, da weder Neuwahlen, noch ein Wechsel innerhalb der Legislaturperiode im Raum stehen. Doch Ende August war die Lage der großen Koalition Spitz auf Knopf. Deshalb hatte Civey damals gefragt, welche Politikerin / welcher Politiker am ehesten die Nachfolge Angela Merkels als Kanzlerkandidat der Union antreten sollte und die seinerzeit aktuellen Namen – Annegret Kramp-Karrenbauer, Daniel Günther, Jens Spahn, Horst Seehofer und Peter Altmaier – vorgegeben.

Aus diesem „Personalpaket“ schaffte es im August 2018 nur Annegret Kramp-Karrenbauer, mit 13,3 Prozent einen zweistelligen Stimmenanteil auf sich zu vereinigen. Horst Seehofer folgte mit 9,9 Prozent. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, der ebenfalls auf Kurs zum CDU-Vorsitzenden war, trauten nur 5,8 Prozent eine erfolgreiche Nominierung zu. Friedrich Merz, der während des „Wahlkampfs“ um den CDU-Vorsitz zwischenzeitlich das Wohlwollen einer relativen Mehrheit der von Civey Befragten genießen konnte, war im August noch kein Thema.

Unaufhaltsamer Aufstieg

Am Ende verlor aber auch Friedrich Merz die Gunst des Civey-Panels. Daran dürfte auch die Neid-Debatte um das Millionen-Gehalt des Wirtschaftsanwalts nicht schuldlos sein. Am Tag vor dem CDU-Parteitag stimmten zwei Drittel der Befragten der von Merz gegenüber der Bild-Zeitung geäußerten Selbsteinschätzung nicht zu, er gehöre zur gehobenen Mittelschicht, nicht aber zur vermögenden Oberschicht. Im Gegensatz dazu gewöhnten sich die Deutschen an den wachsenden Einfluss von Annegret Kramp-Karrenbauer. Schon im Februar 2018 sahen 40,0 Prozent der Befragten ihre Wahl zur CDU-Generalsekretärin positiv. 28,2 Prozent reagierten dagegen negativ.

Dass sich auch das Ausland an die neue CDU-Vorsitzende gewöhnen muss – oder wenigstens an ihren zungenbrecherischen Namen -, zeigen die Anstrengungen, die internationale Journalisten jetzt unternehmen. Während der um größte Akkuratesse bemühte britische Economist seinen Lesern schon mal die richtige Aussprache mitgab („Anna-gret Cramp Karen-bower“), reduzierte die New York Times den Namen auf das Akronym AKK. Und in China, wo jedes Schriftzeichen eine Silbe repräsentiert, bemüht man für die 24 Buchstaben des Namens ganze zwölf Symbole: „An-ni-ge-lei-te Ke-lan-pu Ka-lun-bao-er“!

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