Civey fragt, wie Deutschland tickt

Neuwagen – oder Neues wagen?

Heute vor zehn Jahren wurde die sogenannte Umwelt- oder auch Abwrackprämie verkündet. Unter bestimmten Voraussetzungen wurde Verbrauchern eine staatliche Prämie gewährt, wenn der alte Pkw zugunsten eines neuen, umweltfreundlicheren Fabrikats verschrottet wurde. Damit versuchte die damalige Bundesregierung, die Folgen der Finanzkrise zu mildern und die Konjunktur durch Kaufanreize anzukurbeln. Heute werden ähnliche Prämien zum Abwracken von Diesel-Fahrzeugen diskutiert. Wie sehen die Deutschen ihre künftigen Entscheidungen beim Autokauf?

Es geht doch nichts über eine Probefahrt! Das sagen 68,2 Prozent der von Civey befragten potenziellen Neuwagenkäufer. Besser als in Testberichten oder Online-Portalen lassen sich so die Fahreigenschaften kennenlernen. Allerdings: Auf die Probefahrt verzichten würden die potenziellen Neuwagenkäufer, wenn der Preisnachlass entsprechend großzügig ausfiele oder andere Vergünstigungen dabei heraussprängen. „Preisnachlass beim Kauf eines Neuwagens“ nannten 31,4 Prozent der befragten Zielgruppe. „Längere Garantie“ (11,2%) und „Höhere Inzahlungnahme meines alten Kfz“ (7,4%) folgten dabei schon mit größerem Abstand.

Testberichte hoch im Kurs

Doch vor der Probefahrt kommt die Marktsondierung. Jeder Dritte der potenziellen Neuwagenkäufer (30,4%) setzt bei der Frage, „welche Info-Quellen sie nutzen, um herauszufinden, welche aktuellen Automodelle zu ihnen passen“, auf „Testberichte und Magazine”. Für jeden Vierten (24,6%) sind dagegen die „Händler” die bevorzugte Informationsquelle. „Online-Marktplätze” (13,5%) und die „Internetauftritte der Hersteller” (9,9%) rangieren dagegen abgeschlagen auf den Plätzen drei und vier. Kaum relevant sind „Videoplattformen” (2,8%) und „Foren/Communities” (2,9%). Dann fragen potenzielle Neuwagenkäufer schon lieber „Bekannte” oder „Kollegen” nach ihrer Meinung (7,8%).

Das sieht freilich anders aus, wenn die potenziellen Neuwagenkäufer Info-Quellen auswählen sollen, über die „das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für ihren favorisierten Neuwagen“ ermittelt werden könnte. Dann sind mit 39,6 Prozent der Nennungen die „Online-Marktplätze” vorn, während „Testberichte und Magazine” nur noch von jedem Fünften (21,7%) genannt wurden. Die „Händler” folgen als Informationsquelle mit ebenfalls einem Fünftel der Nennungen (20,3%).

„Online-Marktplätze” sind auch dann die Favoriten, wenn potenzielle Neuwagenkäufern wissen wollen, „was ihr Altfahrzeug bei Inzahlungnahme wert ist“: Dann ziehen sogar 56,1 Prozent die „Online-Marktplätze” vor. Weitere 23,4 Prozent würden auch dann ihrem „Händler” folgen. Andere Quellen – wie zum Beispiel „Testberichte und Magazine” – werden dagegen nur selten genannt.

Subventionen für Alternativen?

Aber auch der Staat könnte seine helfende und damit dirigierende Hand bei der Preisgestaltung einbringen, findet 62,3 Prozent der von Civey Befragten: Sie sind der Meinung, dass „der Kauf von PKW mit geringem CO2-Ausstoß steuerlich begünstigt werden“ sollte. 27 Prozent sehen das allerdings nicht so. 47,8 Prozent der Deutschen wiederum könnte „sich grundsätzlich vorstellen, ein Elektroauto anzuschaffen“. Fast genauso viele (42,5%) sind jedoch nicht interessiert daran, auf ein elektrobetriebenes Fahrzeug umzusteigen. Bei der Frage nach dem „im Haushalt am häufigsten genutzten“ Fahrzeug dominieren „Diesel-Antrieb" (37,5%) und „Benzin-Antrieb" (55,6%) nach wie vor. Für eine Abwrackprämie gäbe es also viel Potenzial…

Mehr Infos über die Meinung der Bundesbürger zu den Thema Mobilität finden Sie im Civey Automobilreport „Deutschland auf vier Rädern".

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