Carsharing

Mein Auto ist dein Auto: Was halten die Deutschen von Carsharing?

Zu Beginn des Jahres waren laut Kraftfahrt-Bundesamt in Deutschland etwa 46,5 Millionen PKW zugelassen. Eine eindrucksvolle Zahl für ein Land mit 82,6 Millionen Einwohnern. Alternative Mobilitätskonzepte sollen künftig die Fahrzeugdichte, das Verkehrsaufkommen und damit auch die Umweltbelastung verringern. Allen voran: Carsharing. Doch was sagen die Bundesbürger zum geteilten Auto?

Die Deutschen lieben den eigenen Wagen

Es ist kompliziert, denn die Bürger dieses Landes haben ja bekanntlich eine äußerst innige Beziehung zum Automobil. Das Auto, der Deutschen liebstes Kind. Und so halten drei von vier Bundesbürgern (76,0%) es für notwendig, ein eigenes Auto zu besitzen. Vor allem in ländlichen Regionen erachtet eine überwältigende Mehrheit den eigenen Wagen für unverzichtbar. In Ballungszentren hingegen trifft dies nur auf etwa jeden Zweiten zu.

Viele wissen noch nicht, was Carsharing ist

Und weil die Deutschen ihre Autos so lieben, sind sie skeptisch und gespalten im Hinblick auf das Carsharing. Zwar halten respektable 42,1 Prozent Carsharing prinzipiell für eine gute Alternative zum eigenen Auto, dem stehen allerdings 44,6 Prozent gegenüber, die vom genauen Gegenteil überzeugt sind.

Deutlicher wird das Meinungsbild, fragt man die Bundesbürger nach der eigenen Bereitschaft zur Änderung des Nutzungsverhaltens. So kann sich nur etwa jeder Dritte vorstellen, Carsharing-Angebote auch selbst zu nutzen. Insbesondere die Bevölkerung im ländlichen Raum (62,2%) gibt an, dass Carsharing für sie nicht infrage kommt.

Die Ablehnungshaltung vieler Bürger gegenüber dem Carsharing und dessen Vorteilen ist vermutlich auch darauf zurückzuführen, dass viele mit solchen Diensten überhaupt noch nicht in Kontakt gekommen sind. Dazu passt, dass fast jeder Dritte (29,4%) mit „Weiß nicht” antwortet, wenn er danach gefragt wird, weshalb er Carsharing-Angebote nutzen sollte. Die Anbieter sollten die Vorzüge ihrer Dienste also künftig besser kommunizieren.

Carsharing derzeit nur in Städten attraktiv

Die Zweiteilung zwischen Stadt und Land bei der Liebe zum eigenen Wagen einerseits und der Offenheit gegenüber Carsharing als Alternative andererseits spiegelt sich konsequenterweise auch bei der tatsächlichen Nutzung von Carsharing-Angeboten wider. Während die Nutzerzahlen im ländlichen Raum marginal sind, steigt mit wachsender Bevölkerungsdichte der Anteil der Menschen, die bei Carsharing-Anbietern angemeldet sind. In den Ballungszentren ist mittlerweile fast jeder Fünfte für einen solchen Service registriert.

Wenn die Anbieter diesen Erfolg auch in ländliche Regionen übertragen können, blicken nicht nur sie sondern auch die Menschen, die sich kein eigenes Auto leisten können, rosigen Zeiten entgegen.

Mehr Infos über die aktuelle Meinung der Deutschen zum Thema Auto und Automobilindustrie erhalten Sie im Civey Automobilreport 2018 „Deutschland auf vier Rädern“.

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