Lebensmittelhandel

Mehr Bio-Marken in die Lebensmittelregale

Bio-Limetten bei Rewe / (CC BY 2.0) / marcoverch / bearbeitet von Civey
„Bio“ liegt voll im Trend

In den letzten Jahren haben Bio-Produkte auch in die Supermärkte Einzug gehalten. Selbst die Discounter haben ihr Angebot um ein Bio-Sortiment erweitert. Hauseigene Bio-Marken wie K-Bio von Kaufland, Edekas Bio-Wertkost oder PrimaBio von Aldi Nord erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Der Umsatz an Bio-Lebensmitteln in Deutschland hat sich seit 2000 verfünffacht - von 2,1 auf rund 10 Milliarden Euro im Jahr 2017.

Doch wird die Bio-Qualität der Eigenmarken der Lebensmittelhändler auch den Ansprüchen der Bio-Konsumenten gerecht? Wie ausgeprägt ist das Markenbewusstsein von Bio-Käufern? Civey hat nachgefragt.

39,2 Prozent ernähren sich mindestens zur Hälfte von „Bio“

Rund die Hälfte der Bundesbürgerinnen (49,3%) und mehr als ein Drittel der Bundesbürger (36%) achten inzwischen beim Kauf von Lebensmittel auf Bio-Siegel. Zwar konsumiert nach wie vor eine Mehrheit der Deutschen „überwiegend nicht bio“ (44,7%). Lediglich 10,1 Prozent geben an, sich überhaupt nicht von Bio-Lebensmittel zu ernähren.

Insgesamt 39,2 Prozent schätzen, dass sie ihren Lebensmittelkonsum mindesten zur Hälfte aus Bio-Produkten bestreiten. 12,6 Prozent konsumieren „überwiegend“ beziehungsweise „ausschließlich bio“.

Bio-Konsumenten legen mehr Wert auf Markenprodukte

Die meisten Deutschen legen beim Einkauf von Nahrungsmitteln wenig oder keinen Wert auf Markenprodukte (56,1%), nur für 26,6 Prozent spielen Lebensmittelmarken eine Rolle. Allerdings: Je größer der Anteil an Bio-Produkten am Lebensmittelkonsum der Befragten, desto mehr achten sie auf Markenartikel.

So geben 38 Prozent derjenigen, die sich überwiegend beziehungsweise ausschließlich von Bio-Produkten ernähren, an, dass ihnen Markenprodukte beim Kauf von Lebensmitteln wichtig seien. Bei denen, die überhaupt kein „Bio“ konsumieren, achten hingegen nur 21,5 Prozent auf Markenartikel.

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Bio-Eigenmarken der Lebensmittelhändler überzeugen nur die bestehende Klientel

Zwar spielen Markenartikel für Bio-Konsumenten beim Kauf von Lebensmitteln eine größere Rolle als für Konsumenten “konventioneller“ Lebensmittel, die Art der Bio-Marke ist dabei jedoch weniger entscheidend. Denn, je mehr Bio-Produkte bei den Deutschen auf den Tisch kommen, desto weniger Vorbehalte haben sie gegenüber der Bio-Qualität der Eigenmarken von Lebensmittelhändlern: Fast die Hälfte derjenigen, die sich überwiegend von Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung ernähren, ist mit der Qualität der hauseigenen Bio-Marken der Lebensmittelhändler zufrieden (49,1%).

Die Skepsis gegenüber diesen Eigenmarken nimmt zu, je geringer der Anteil von Bio-Lebensmitteln am Gesamtkonsum. So sind die Deutschen, die sich „überwiegend nicht bio“ ernähren, noch geteilter Meinung über die Bio-Qualität hauseigener Markenprodukte. Diejenigen, die „gar kein bio“ konsumieren, haben mit Abstand das geringste Vertrauen in die Eigenmarken der Lebensmittelhändler: 61,8 Prozent sind skeptisch gegenüber der Bio-Qualität dieser Produkte.

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Wollen Supermärkte und Discounter also neue Zielgruppen mit ihren hauseigenen Bio-Produkten erschließen, die bisher wenig oder „gar kein bio“ konsumiert haben, müssen sie diese vor allem von der Qualität ihrer hauseigenen Bio-Marken überzeugen.

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