Civey fragt, wie Deutschland tickt

Ist das noch gesund?

Ärztemangel auf dem Land, überfüllte Notaufnahmen in den Krankenhäusern, teure Medikamente, elektronische Gesundheitskarte – in kaum einem Ressort gibt es so viele „Baustellen“ wie im deutschen Gesundheitswesen. Dabei sind die Deutschen alternativen Lösungsansätzen zum Beispiel in der Pflege durchaus aufgeschlossen.

Das Urteil könnte vernichtender kaum sein: 77,9 Prozent, also mehr als drei von vier Befragten, sind der Ansicht, „dass das deutsche Gesundheitssystem umfassend reformiert werden muss“. Knapp die Hälfte (51,5%) meint sogar, dies sei „auf jeden Fall“ notwendig. Schon im April 2018 sortierte das Civey-Panel nach einer „Hart, aber fair“-Sendung in der ARD zum Thema Pflegenotstand die wichtigsten Probleme: „Geringe Bezahlung des Pflegepersonals” (31,8%), zu „wenig Pflegepersonal” (22,9%), „Ungleichbehandlung von Kassen-/ und Privatpatienten” (20,2%), „steigende Kosten” (11,6%), „lange Wartezeit auf Arzttermine” (7,4%).

Genug Ärzte, zu wenig Pflegepersonal

Doch das Urteil fällt nicht nur negativ aus. So gibt es beispielsweise am Wohnort und in der Umgebung der Befragten ausreichend Ärzte, sagen 64,0 Prozent der Deutschen. Allerdings sagen auch 28,3 Prozent, dass die Zahl der Ärzte in der Umgebung nicht ausreicht. Drängender ist da schon der Mangel an Pflegepersonal. 60,0 Prozent finden deshalb, dass „Pflegekräfte aus dem Ausland angeworben werden sollten, um den Personalmangel in der Pflege zu beheben“. 29,4 Prozent halten dies allerdings für keine gute Idee.

Preise stärker regulieren

Überhaupt Kosten: Knapp vier von fünf Befragten (79,9%) sind der Meinung, dass „die Preise von Medikamenten stärker reguliert werden sollten“. Nur jeder Zehnte (10,5%) sieht hier keinen Änderungsbedarf. Und eine stärkere Regulierung könnte auch das Verhalten der Patienten beeinflussen. 56,8 Prozent der Befragten befanden es im Juli für gut, wenn „Patienten eine Gebühr von 50 Euro zahlen müssen, wenn sie ohne dringende Beschwerden eine Krankenhaus-Notaufnahme besuchen“. 36,4 Prozent sind allerdings dagegen und wollen Notaufnahmen weiterhin zur freien Verfügung stellen.

Im Großen und Ganzen zufrieden

Auch wenn 77,9 Prozent meinen, dass das deutsche Gesundheitssystem umfassend reformiert werden muss – im persönlichen Empfinden kommt die Versorgung doch besser weg: Auf die Frage, „Wie zufrieden sind Sie persönlich mit der Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland?“, stimmt fast die Hälfte (47,9%) mit „eher zufrieden“ ab, während weitere 11,6 Prozent sogar „sehr zufrieden“ sind. Insgesamt 38,8 Prozent sind „eher unzufrieden oder „sehr unzufrieden“.

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