Civey fragt, wie Deutschland tickt

Tierisches Meinungsbild

Das Verhältnis der Deutschen zur Tierwelt ist kompliziert. Während Haustiere gerade zu Weihnachten ganz hoch im Kurs stehen, löst die Nachbarschaft zu wilden Wölfen eher gemischte Gefühle aus. Auch sonst ist die Beziehung zwischen Mensch und Tier eher zwiespältig…

Die Vorstellung, bei einem Abendspaziergang im Wald in die Augen eines wilden Wolfes zu schauen, lässt vielen Menschen offensichtlich einen Schauder über den Rücken fahren. Civey wollte wissen, ob sie es begrüßen würden, „wenn sich in den Wäldern in ihrer Umgebung wieder mehr wildlebende Wölfe ansiedeln würden“. 41,3 Prozent der Befragten sind dagegen. 43,6 Prozent aber durchaus positiv eingestellt. Da scheinen sich für die kommenden Jahre Bürgerinitiativen dafür und dagegen anzubahnen.

Gentechnik bei Mensch, Tier und Pflanze

Deutlicher ist da die Einstellung zu der Frage, ob man „in Notsituationen der Transplantation genveränderter Tierorgane zustimmen“ würde – vorausgesetzt, dass kein menschliches Organ verfügbar ist. 56 Prozent würden einer Verpflanzung entsprechender Organe mit tierischem Ursprung zustimmen. 27,6 Prozent können sich das nicht vorstellen. Ansonsten sind die Deutschen strikt gegen Genmanipulationen: 64,4 Prozent finden, dass Genveränderungen an Embryonen weiterhin verboten bleiben sollten, „auch wenn diese dadurch zum Beispiel HIV-resistent werden könnten“. Und weitere 48,4 Prozent glauben nicht, dass Gentechnik in der Landwirtschaft dabei helfen kann, den Hunger in der Welt zu bekämpfen.

Tiere sind kein Rohstoff

Auch wenn Tierorgane „in Notsituationen“ zur Rettung von Menschenleben nach der Mehrheitsmeinung herangezogen werden sollten – ein Rohstofflieferant ist das Tier in den Augen der Deutschen eindeutig nicht. Dass „das Schreddern von männlichen Küken in der Eierproduktion verboten werden“ sollte, fanden schon im Mai 2018 vier von fünf Deutschen. 75,4 Prozent sind der Meinung, dass „Massentierhaltung durch gesetzliche Maßnahmen beendet werden“ sollte.

Der Preis ist heiß

Doch nur 36,7 Prozent haben im April 2018 der Idee zugestimmt, tierische Nahrungsmittel höher zu besteuern. Umgekehrt waren im Oktober 2018 wiederum überwältigende 86,6 Prozent der Befragten der Ansicht, dass „die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung verboten werden sollte, auch wenn der Preis von Schweinefleisch steigen würde.“ Offensichtlich entscheiden sich die Deutschen mehrheitlich für das Tier, wenn sich in der Frage das Leid der Tiere niederschlägt. Bei rein finanzieller Betrachtung – wie bei der Steuerfrage – schauen sie dann aber doch eher auf das eigene Portemonnaie. Apropos Geld: Dass „das Töten einzelner Wespen mit Bußgeldern von mehreren Tausend Euro geahndet werden kann“, lehnten im heißen August diesen Jahres 46,7 Prozent der Befragten ab.

Mehr Informationen über die Meinung der Deutschen zum Thema Lebensmittelkonsum, Ernährung oder Tierwohl finden Sie in unserem Civey PRO Ernährungsreport „Du bist, was du isst!".

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