Civey fragt, wie Deutschland tickt

2018 – ein Wendejahr?

Welchen Titel das Jahr 2018 im Geschichtskanon erhalten wird, werden wohl erst die Historiker entscheiden. Aber für die Deutschen könnte das zu Ende gehende Jahr durchaus einen Wendpunkt in Politik und Gesellschaft markieren – aber noch sind sie im Wohlfühlmodus.

Wachsender Populismus, nationale Egoismen, drohende Handelskonflikte, ein globales Migrationsproblem, eine sich weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich, zunehmende Verunsicherung durch gewaltige Technologiesprünge – das Jahr 2018 war intensiv und emotional. 78,9 Prozent der Deutschen jedenfalls glauben, dass sich die Weltgemeinschaft „zum Schlechteren” entwickelt. Nur jeder Zwanzigste (4,7%) kann der Entwicklung im zurückliegenden Jahr etwas Positives abgewinnen.

Wohlfühlen im Kokon

Doch während das Urteil über das Geschehen im globalen Zusammenhang eher negativ ausfällt, ist die Zufriedenheit mit der eigenen Umgebung überraschend groß. 83,7 Prozent der von Civey Befragten leben gern in ihrer Region. Mehr als die Hälfte (54,9%) stimmen der Frage sogar unbedingt – also „auf jeden Fall“ – zu. Und auch im eigenen, persönlichen Erleben kommt das Jahr 2018 ganz gut weg: 65,7 Prozent sind „insgesamt zufrieden mit ihrem persönlichen Jahr 2018“. Jeder Fünfte allerdings (20,7%) zieht eine negative Bilanz und ist „unzufrieden”.

Doch lieber „Weiter so“?

Jedenfalls fühlen sich die Deutschen in ihrem Kokon wohl. Zum aggressiven oder gar gewaltsamen Protest wie in Frankreich gibt es folglich keinen Anlass. Zwar glauben 33,7 Prozent, „dass Proteste wie die der Gelbwesten in Frankreich auch in Deutschland möglich sind“. Doch 57,8 Prozent halten das für unwahrscheinlich.

Deshalb haben auch die Parteien im aktuellen Deutschen Bundestag das Vertrauen der Wähler – wenn sich auch die prozentuale Verteilung bei einer Neuwahl ändern würde. 60,4 Prozent würden eine der sechs im Parlament vertretenen Parteien wählen – also auf das bestehende Politikpersonal zurückgreifen. Nur zwölf Prozent könnten sich vorstellen, eine „sonstige Partei“ zu wählen.

Ganz gezielt würde jeder Fünfte (22,1%) der CDU/CSU am ehesten zutrauen, die persönliche Lebenssituation der Befragten verbessern zu können. Den Grünen trauen das nur halb so viele (11,5%) zu. SPD, FDP und Linke rangieren hier bei Zutrauens-Werten zwischen 9 und 10,2 Prozent.

Auf dem zweiten Platz hinter der Union rangiert allerdings die AfD, der 14,4 Prozent zutrauen, die persönliche Lebenssituation zu verbessern. Zugleich haben 63,9 Prozent aller Bundesbürger „den Eindruck, dass rechtsextremes Gedankengut in Deutschland wieder salonfähig wird“. 28,2 Prozent sehen diese Entwicklung jedoch nicht.

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