GLS Bank, Umweltbank und Co.

Wie beliebt sind Ethikbanken?

Spätestens seit der Finanzkrise ab 2007 erfreuen sich sogenannte „ethische“ oder „faire Banken“ bei den deutschen Bankkunden immer größerer Beliebtheit. Anders als Groß- und Konzernbanken achten „ethische Banken“ wie die GLS Bank, Ethik- oder Umweltbank weniger auf Renditechancen als darauf, auf welche Art und Weise die Gewinne erwirtschaftet werden. Sie werben damit, dass sie ihr Geld nur in Projekte, Unternehmen und Fonds investieren, die nach bestimmten ethischen, sozialen oder ökologischen Kriterien ausgewählt werden.

Die klassischen Banken haben hingegen ein Imageproblem von der Finanzkrise davongetragen: die deutliche Mehrheit der Bundesbürger ist der Ansicht, Banken machten Geschäfte auf Kosten der Allgemeinheit (87,4%). Doch würden sie deshalb zu einer „ethischen Bank“ wechseln? Civey hat die Bundesbürger nach ihrer Wechselbereitschaft gefragt.

Ethisch korrekt vs. rentabel - der Wechsel zur „ethischen Bank” muss sich lohnen

Die meisten Deutschen würden nicht zu einer „fairen“ oder „ethischen Bank” wechseln (40,2%), wenn deren Angebote weniger lukrativ wären. Für gut ein Fünftel käme ein Wechsel „auf keinen Fall“ in Frage.

Selbst unter den Befragten, die davon ausgehen, dass Banken Geschäfte auf Kosten der Allgemeinheit machen, würden nur 32,6 Prozent Kunde einer „ethischen Bank“ werden. 38,2 Prozent ziehen einen Wechsel zu einer „fairen“ Bank mit weniger profitablen Angeboten hingegen eher nicht beziehungsweise „auf keinen Fall“ in Betracht.

In der Gesamtbevölkerung können sich 27,8 Prozent einen Wechsel vorstellen, selbst wenn die Angebote weniger lukrativ wären. Theoretisch könnten es sogar noch mehr sein, denn das Geschäftsmodell der „ethischen Bank“ ist bisher nicht bei allen Deutschen bekannt: 18,2 Prozent haben noch nie davon gehört.

Studenten und Großstädter würden am ehesten zu einer „fairen“ Bank wechseln

Allerdings stehen nicht alle Deutschen einem Wechsel zur „ethischen Bank“ ablehnend gegenüber. In urbanen Regionen mit einer sehr hohen Bevölkerungsdichte (mindestens 5000 Menschen pro Quadratkilometer) kann sich eine Mehrheit von 39,3 Prozent vorstellen, zu einer Bank zu wechseln, die nach ethischen oder ökologischen Maßstäben handelt.

Gleichzeitig ist der Anteil derer, die das Konzept der „fairen Bank” nicht kennen, unter Großstädtern am geringsten: nur 15 Prozent haben noch „nie davon gehört“. In dünner besiedelten Gegenden weiß rund ein Fünftel der Befragten nicht, was es mit einer „ethischen Bank“ auf sich hat.

Gleichzeitig hat ein Viertel der Studenten „noch nie“ von einer „ethischen Bank“ gehört

Betrachtet man die Ergebnisse nach Beschäftigungsstatus, so zeigt sich, dass unter Studenten sowie Arbeitslosen und Nichterwerbstätigen die Bereitschaft, Kunde einer „ethischen Bank“ zu werden, mit je rund 39 Prozent deutlich höher ist als bei den anderen Erwerbsgruppen. Am wenigsten können sich Selbständige (45,9%) den Wechsel zu einer „fairen Bank“ mit weniger lukrativen Angeboten vorstellen.

Obwohl sich einer Mehrheit der Studenten als auch der Nichterwerbspersonen einen Wechsel zu GLS Bank, Ethikbank und Co. vorstellen könnte, ist in diesen beiden Gruppen der Prozentsatz derjenigen, die nicht wissen, was eine “ethische Bank” ist, mit je etwa einem Viertel der Befragten am höchsten.

Im Ergebnis heißt das vor allem eines: „ethische” Banken haben das Potenzial gegen die konventionellen Banken anzukommen, indem sie sich vor allem auf die Zielgruppen Studenten und Großstädter fokussieren und ihren Bekanntheitsgrad steigern.

Fanden Sie die Information hilfreich?
Teilen
Fanden Sie die Information hilfreich?
Teilen