Kryptowährungen

Digitale Währungen sinken im Kurs - das Aus für den Bitcoin?

Der Hype um digitale Währungen kannte lange Zeit kein Halten. Zunehmende Regulierungsbestrebungen von Industrie- und Schwellenländern sorgten jüngst für einen rasanten Kurssturz des Bitcoin - nicht ohne Folgen für das Anlageverhalten der Deutschen.

Wie gewonnen, so zerronnen: Kryptowährungen im Sinkflug

Was ursprünglich als digitale Währung eingeführt worden war mit dem Ziel, die Mängel der gesetzlich vorgeschriebenen Bezahlsysteme auszugleichen, wurde schnell zu einem reinen Spekulationsobjekt - der Bitcoin. Für ein paar Monate hatte es den Anschein, als ob die Kryptowährungen „zum Mond fliegen“ könnten, wie Bitcoiner den beispiellosen Höhenflug des Digitalgeldes seit Beginn der letzten Jahres häufig bezeichnen. Nun jedoch hat die Realität der Börse die Bitcoin-Spekulanten wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht: der Hochflug kommt vor dem Fall.

Bitcoin verliert in sechs Wochen um 50 Prozent

Seit Dezember hat sich der Wert der Digitalwährung mehr als halbiert. zuletzt durchbrach der Bitcoin die Tausend-Dollar-Marken im Tagestakt – diesmal jedoch nach unten. War ein Bitcoin im Dezember 2017 noch fast 20.000 Dollar wert, sind den Besitzern inzwischen keine 9.000 Dollar mehr je digitaler Münze geblieben. Die Kryptowährungen befinden sich im freien Fall. Gleichzeitig mahnen immer mehr Experten vor einem jähen Ende des Hypes.

Finanzexperten warnen vor Kryptowährungen

Zunehmende Regulierungsbestrebungen werden als Ursache für den plötzlichen Kurseinbruch gesehen. Nun hat auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) die Behörden weltweit aufgerufen, Kryptowährungen wie Bitcoin stärker ins Visier zu nehmen. Zentralbanken und Aufsichtsbehörden müssten frühzeitig eingreifen, um eine Gefahr für die Finanzstabilität zu verhindern und Verbraucher und Anleger zu schützen, sagte BIZ-Generaldirektor Agustin Carstens in Frankfurt. „Was vielleicht ursprünglich als alternatives Zahlungssystem ohne staatliche Beteiligung gedacht war, ist inzwischen zu einer Mischung aus Finanzblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe geworden", so Carstens.

Mehrere Staaten ziehen Konsequenzen

Einige Staaten zogen bereits die Notbremse

. China hat schon im Herbst letzten Jahres ein Gesetz gegen den Handel mit Kryptowährungen angekündigt, Südkorea folgte im Januar. Die Führung in Peking plant nun auch das rechen- und energieintensive Bitcoin-Mining zu verbieten. Schätzungen gehen davon aus, dass alle Bitcoin-Minen zusammen bald so viel Strom verbrauchen werden wie ganz Argentinien.

Bitcoin-Abwärtstrend beeinflusst Anlageverhalten der Deutschen

Diese Entwicklungen schlagen sich auch im Anlageverhalten der Bundesbürger nieder. 75,5 Prozent können sich „auf keinen Fall“ vorstellen, in Kryptowährungen zu investieren. Insgesamt 5,4 Prozent planen nach wie vor, ihr Geld “auf jeden Fall“ oder „eher“ in Bitcoin und Co. anzulegen. 2,8 Prozent haben bereits in Digitalwährungen investiert.

Innerhalb eines Monats hat sich die Anlagebereitschaft der Deutschen halbiert. Plante am 5. Januar noch jeder Zwanzigste (5%) sein Geld “auf jeden Fall“ in Kryptowährungen anzulegen, waren es am 2. Februar nur noch 2,5 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil derjenigen, die sich „auf keinen Fall“ eine Investition vorstellen können, von 67,9 auf 75,4 Prozent (violette Linie).

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Kryptowährungen vor dem Aus?

Nach Einschätzung der US-Investmentbank Goldman Sachs wird ein Großteil der derzeit rund 1500 Kryptowährungen nicht lange existieren. Der Chef für „Investment Research“ bei Goldman Sachs Steve Strongin schreibt in einer aktuellen Studie, dass vermutlich nur eine kleine Anzahl wettbewerbsfähiger Cyperwährungen überleben werde. Die starken Kursschwankungen von Bitcoin und Co. sprechen laut Strongin für eine Preisblase, also ein nicht nachhaltiges Kursniveau. Ob das Vertrauen deutscher Anleger in die Digitalwährungen dadurch nachhaltig geschwächt wird, bleibt abzuwarten.

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