Civey fragt, wie Deutschland tickt

Das liebe Geld…

Während in den USA schon seit Jahren nahezu alles und jeder Betrag mit der Kreditkarte bezahlt wird, kommt das bargeldlose Bezahlen in Deutschland erst allmählich und bei jungen Leuten eher als bei Rentnern in Schwung. Deshalb gehört der regelmäßige Gang zum Automaten immer noch zur Gewohnheit. Aber auch sonst sind die Deutschen bei Gelddingen eher zurückhaltend.

Bargeld in der Tasche zu haben ist der Mehrheit der Deutschen (86,9%) unverändert wichtig. Deshalb gehen sie regelmäßig zum Geldautomaten, um sich mit frischen Scheinen zu versorgen. Ein Drittel (35,0%) tut dies etwa alle 14 Tage, ein Fünftel (20,4%) sogar „einmal pro Woche oder häufiger". Einem weiteren Viertel (24,6%) reicht es, wenn der Gang zum Automaten „einmal pro Monat" erfolgt. Nur 4,2 Prozent der Befragten behaupten, „nie" zum Automaten zu gehen.

Über Geld spricht man (nicht)

Dabei ist Geld in der Familie durchaus ein Thema. Drei Viertel (75,1%) der von Civey Befragten sprechen das Thema im Familienkreis an. Nur ein Sechstel (16,6%) hält sich beim Thema Geld lieber zurück. Auch unter Freunden kann man darüber reden, findet zumindest ein Drittel (35%) der Deutschen: 11,3 Prozent sagen, dass sie auf jeden Fall „mit ihren Freunden über ihr Einkommen sprechen“. 23,7 Prozent sagen „eher ja“. Doch für 56 Prozent ist das eigene Einkommen im Freundeskreis tabu. Dafür würde gut die Hälfte (52,2%) ihren Freunden Geld leihen. 35,6 Prozent sagen dazu nein.

Geld macht (nicht) glücklich

Über Geld zu reden gilt nicht mehr als unangebracht. Geld zu haben ist allerdings allemal besser, befinden 76,3 Prozent der Befragungsteilnehmer. Sie sagen, dass es ihnen wichtig sei, ein hohes Einkommen zu haben. Nach der repräsentativen Befragung durch Civey ist das Nettoeinkommen pro Haushalt jedoch weit von diesem Wunsch entfernt. Zwar geben 23,1 Prozent der von Civey Befragten an, dass ihr Haushalt über ein gemeinsames Nettoeinkommen von mehr als 4.500 Euro verfügt. Doch jeder dritte Haushalt (32,3%) hat weniger als 2.500 Euro in der gemeinsamen Kasse. Ein weiteres Drittel (33,6%) hat zwischen 2.500 und 4.500 Euro zur Verfügung.

Kein Wunder also, dass sich die meisten Deutschen als sparsam betrachten. 61,3 Prozent der Befragten schätzen sich so ein. „Auf keinen Fall“ antwortet eine verschwenderische Minderheit von 3,8 Prozent, während ein Fünftel (21,7%) sich „eher“ nicht als sparsam sieht.

Geld hat man, oder?

Deshalb ist es auch für neun von zehn Deutschen (91,6%) unwahrscheinlich, in den nächsten zwölf Monaten einen Kredit aufzunehmen. Nur 5,5 Prozent befassen sich mit diesem Plan. 76,9 Prozent verneinen auch die Frage, „ob sie einen Kredit aufnehmen würden, um sich einen Konsumwunsch zu erfüllen“ – was möglicherweise unmittelbar nach Weihnachten besonders negativ ausfällt. Aber auch die längerfristige Perspektive durch den Wechsel des Kreditinstituts ziehen die wenigsten in Betracht. 88,0 Prozent hegen keinen Plan, „in den nächsten zwölf Monaten ein Girokonto bei einer anderen Bank zu eröffnen“. Die Deutschen und ihr Geld – eine Beziehung, die von Treue und Zurückhaltung geprägt ist…

Ein umfangreiches Meinungs- und Verhaltensbild der Bundesbürger zum Thema Geld finden Sie außerdem in unserem Civey PRO Finanzreport „Eine Frage des Geldes".

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