Energiewende

Deutsche setzen in der Versorgung auf Erdgas

Die Energiewende ist in vollem Gange. Bis Ende 2019 sollen das Kernkraftwerk Philippsburg 2, bis Ende 2021 die Kernkraftwerke Grohnde, Gundremmingen C und Borkdorf vom Netz gehen. Eine Mehrheit der Deutschen unterstützt die Umstellung auf Ökostrom, gleichzeitig befürworten die meisten Bundesbürger ein zügiges Ende der Energieversorgung mit Kohle: 35,9 Prozent wünschen sich den vollständigen Ausstieg aus der Kohle bis 2025, weitere 16,2 Prozent bis 2030.

Welcher Energieträger soll die Erneuerbaren in Zukunft ergänzen, um die Stromversorgung zu sichern? Sollte mehr Strom durch Erdgas erzeugt werden? Civey hat über 50.000 Bundesbürger repräsentativ befragt.

Erdgas-Anteil in der Energieerzeugung soll steigen

Im Jahr 2017 stammte ein Drittel der Bruttostromversorgung bereits aus erneuerbaren Energien, der Erdgas-Anteil betrug 13,2 Prozent und der Anteil an Kernenergie lag noch bei 11,7 Prozent. Das Gros der Stromversorgung wurde nach wie vor durch Braun- (22,5%) und Steinkohlekraftwerke (14,1%) gestemmt.

Ginge es nach einer Mehrheit der Deutschen, so sollte der Erdgas-Anteil an der Energieversorgung größer werden: 43,5 Prozent wünschen sich, dass in Zukunft ein größerer Anteil der Energie in Deutschland durch Erdgas erzeugt wird. Dem steht ein Viertel (25,5%) gegenüber, die keinen Ausbau der Erdgasproduktion wünschen. 31 Prozent sind „unentschieden”.

Deutsche wünschen sich Erdgas als primären Energieträger neben Ökostrom

Bis zum Jahr 2025 sollen die erneuerbaren Energien insgesamt 40 bis 45 Prozent der Stromerzeugung übernehmen, bis 2050 sogar 80 Prozent. Solange müssen weitere Energieträger zum Einsatz kommen, um die Stromversorgung zu sichern.

Die meisten Deutschen (42,7%) sind der Meinung, der Strombedarf sollte neben den Erneuerbaren primär durch „Erdgas“ gedeckt werden. Auf Platz zwei liegt nach wie vor „Kernenergie“ mit 20,9 Prozent der Stimmen. „Kohle“ als primären Energieträger wünschen sich hingegen gerade einmal 4,1 Prozent.

AfD-Anhänger setzen in erster Linie auf Kernenergie

Ausnahme: Die Anhänger der AfD. Hier denkt eine Mehrheit von 37,8 Prozent, dass in erster Linie „Kernenergie“ die Erneuerbaren ergänzen sollte, um die Versorgung zu sichern. Nur 28 Prozent der AfD-Anhänger geben „Erdgas“ als gewünschten Energielieferanten an.

Vor allem ältere Deutsche favorisieren Erdgas zur Sicherung der Stromversorgung

Eine Betrachtung nach Altersgruppen zeigt: je älter die Deutschen, desto höher der Anteil derjenigen, die „Erdgas“ als primären Energieträger neben den erneuerbaren Energien wünschen: Gut die Hälfte der über 65-Jährigen (50,3%) würde die Versorgung am ehesten mithilfe von Erdgas sichern, bei den 50- bis 64-Jährigen sind es 46,4 Prozent.

Gleichzeitig ist der Anteil derjenigen, die „Kernenergie“ als primären Energieträger bevorzugen, unter den jüngeren Deutschen etwas höher als im bundesdeutschen Durchschnitt: Knapp ein Fünftel der 18- bis 29-Jährigen (24,7%) setzt nach wie vor auf Kernenergie, bei den 30- bis 39-Jährigen sind es sogar 27,9 Prozent.

Mehr Infos über die Meinung der Bundesbürger zu den Themen Energieversorgung und -konsum, zu verschiedenen Stromanbietern sowie zur Energiewende finden Sie im Civey Energiereport 2018 “Plug-in”.

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