07/2016 – Deutschlandtag der JU: Mehrheit der Deutschen für Adoptionsrecht von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und die Ausweitung der Videoüberwachung

14.10.2016

Umfragen im Auftrag von wahl.de zum Deutschlandtag 2016 der Jungen Union

– 64,1 Prozent der Deutschen befürworten Adoptionsrecht für sogenannte ‘Homo-Ehe’
– Zwei Drittel der Deutschen sind für die Ausweitung der Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen

Beide Themen werden auf dem Deutschlandtag der Jungen Union zur Abstimmung gestellt.

Fast zwei von drei Deutschen befürworten, dass homosexuelle Paare die gleichen Adoptionsrechte wie heterosexuelle Paare bekommen. Dies geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Internet-Plattform wahl.de hervor. Die Umfragen wurden anlässlich des Deutschlandtags der Jungen Union in Auftrag gegeben.

Demnach befürworten 64,1 Prozent der Befragten eine Gleichstellung von Lebenspartnerschaften im Adoptionsrecht. Unter den Unions-Anhänger_innen unterstützen 60 Prozent den Antrag zur Gleichstellung der sogenannten ‘Homo-Ehe’. Etwas mehr als ein Drittel der befragten CDU-Anhänger_innen lehnt dies ab (33,5%). Auch über die anderen Partei-Anhänger_innen findet der Vorschlag Zustimmung. Einzig bei den AfD_Anhänger_innen spricht sich mehr als die Hälfte der Befragten gegen eine Anpassung des Adoptionsrechts aus (67,4%).

Der Landesverband Braunschweig der Jungen Union fordert die Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften inklusive Adoptionsrecht und hat diesen Antrag zum Deutschlandtag eingereicht. Der Vorsitzende des JU-Landesverbandes Christoph Ponto hält eine „Diskussion um ‘richtig‘ oder ‘falsch‘ darüber, ob es ein Mann und eine Frau sein müssen, die ein Kind adoptieren, für nicht zielführend.“ Es gehe ausschließlich um das Wohl der Kinder. Zudem glaube er, dass es den Kindern mit Adoptiveltern besser gehe als in einem Kinderheim. „Die gesetzliche Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften mit der Ehe – auch mit Blick auf das Adoptionsrecht – ist längst überfällig”, so Ponto gegenüber wahl.de.

Junge Union Hessen für moderne Videoüberwachung – Mehrheit der Deutschen befürwortet dies

Die Junge Union Hessen spricht sich in einem Antrag für die Ausweitung und Modernisierung der Videoüberwachung aus. Auch hier stimmen zwei Drittel der Deutschen dem Antrag der Jugendorganisation zu (66,6%). Bei den Anhänger_innen der CDU/CSU sind es sogar 84,2 Prozent. Anhänger_innen der Grünen hingegen sind etwas skeptischer (50,2%), ähnlich wie Linken-Anhänger_innen (47,1%). Anhänger_innen der SPD befürworten dagegen eindeutig mit 68,7 Prozent eine Videoüberwachung. Bei der FDP sieht es ähnlich aus wie bei der Union: Hier sprechen sich 81,3 Prozent für eine Videoüberwachung aus. Ebenso bei der AfD mit 81,5 Prozent. Damit ist die Zustimmung bei den Unions-Anhänger_innen am höchsten.

Der Vorsitzende der JU Hessen Dr. Stefan Heck (MdB) erklärt gegenüber wahl.de: „Die Videoüberwachung sorgt in einem gewissen Maße für eine Abschreckung.” Diesen Druck gelte es auszubauen. Johanna Uekermann, Vorsitzende der Jusos, findet die Pläne der JU hingegen paradox: „Während die Straftaten in Deutschland seit Jahren zurückgehen, wird immer mehr Überwachung gefordert und eingeführt. […] Mehr Sicherheit schafft man mit mehr Polizisten, die eingreifen, nicht mit mehr Kameras die zuschauen”, erklärt Uekermann auf Anfrage von wahl.de.

Bei den Umfragen durch Civey handelt es sich um laufende Befragungen. wahl.de wertet diese laufend aus. Unter https://www.wahl.de/aktuell/2016/10/11/junge-union-gleichstellung-homoehe/ (Homo-Ehe) kann weiterhin teilgenommen werden. Zum Stand der Ergebnisermittlung wurden 2.500 Teilnehmer_innen berücksichtigt. Die repräsentative Online-Umfrage unter allen Wahlberechtigten in Deutschland erfolgte mit Stand vom 14.10.2016. Der statistische Fehler beträgt 4,0 Prozent.

Unter https://www.wahl.de/aktuell/2016/10/10/videoueberwachung-junge-union-jusos/ (Videoüberwachung) kann weiterhin teilgenommen werden. Zum Stand der Ergebnisermittlung wurden 1.529 Teilnehmer_innen berücksichtig. Die repräsentative Online-Umfrage unter allen Wahlberechtigten in Deutschland erfolgte mit Stand vom 14.10.2016. Der statistische Fehler beträgt 4,9 Prozent.

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Civey erfasst Deutschlands Meinung in Echtzeit. Dafür hat das Berliner Startup ein Online-Tool entwickelt, das jedem repräsentative Meinungsumfragen ermöglicht. Der neuartige Prozess beruht auf Non-Probability-Umfragen (Online-Umfragen mit freiwilliger Teilnahme) und wurde gemeinsam mit der Hochschule Rhein-Waal erforscht: Civey berücksichtigt nur die Antworten von registrierten Teilnehmern und korrigiert Verzerrungen durch ein mehrstufiges Gewichtungsverfahren. Weitere Umfragen finden sich unter www.civey.com.

Sebastian Schmidtsdorf
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