Civey macht repräsentative Meinungsforschung im Internet. Häufig werden wir gefragt, wie das genau funktioniert. Denn die klassische repräsentative Umfrage erfolgte lange Zeit überwiegend als Interview, häufig am Telefon. In der Regel werden die Befragten bei Telefonumfragen jedoch nicht über die Ergebnisse informiert, der Anreiz sich zu beteiligen ist dementsprechend eher gering. Dennoch ist das Telefoninterview nach wie vor gängige Praxis. Der Anspruch von Civey war von Anfang an ein anderer. Indem wir unsere repräsentativen Ergebnisse allen Nutzer_innen zugänglich machen, sorgen wir für mehr Transparenz über die öffentliche Meinung. Dafür haben wir ein automatisiertes statistisches Berechnungsverfahren entwickelt, das online repräsentative Ergebnisse in Echtzeit liefert.

Digital oder telefonisch – erreichen Umfragen überhaupt genug Menschen?

Meinungsumfragen werden heute entweder online oder telefonisch durchgeführt. Vergleicht man die beiden Verfahren, wird klar, dass beide heutzutage mindestens gleichwertig sind. Denn zwei Faktoren sind für den Erfolg entscheidend: Die Coverage und die Response Rate.

Die Coverage (dt. Abdeckung) beschreibt, wie viele Menschen von den Meinungsforscher_innen durch die jeweilige Methode überhaupt erreicht werden können. Laut statistischem Bundesamt haben aktuell 89 Prozent aller Haushalte einen Internetanschluss und 91 Prozent einen Festnetzanschluss. Wobei der Internetanteil steigt und der Anteil des Festnetzanschlüsse fällt. In der Coverage sind sich beide Verfahren also nahezu ebenbürtig.

Entscheidend ist im zweiten Schritt die Response Rate: Sie beschreibt, wie viele Menschen sich tatsächlich an Umfragen beteiligen, wenn sie online oder per Telefon angesprochen werden. In den USA liegt die Response Rate für Telefonumfragen heute nur noch bei circa 1 Prozent. Auch in Deutschland liegt der Anteil derer, die sich an Telefonumfragen beteiligen, im einstelligen Prozentbereich. Zwar wird versucht, dieses Problem durch die Einbeziehung von Mobiltelefonen zu vermindern. Allerdings kann man über Handy keine Umfragen für einzelne Bundesländer durchführen, da die Handynummern keinen Aufschluss über den Wohnort der Teilnehmer_innen geben. Darüber hinaus ist die Teilnahmebereitschaft der Angerufenen auf dem Handy meist noch geringer als bei herkömmlichen Telefonumfragen.

Bei Online-Umfragen ist die Response Rate bedeutend höher und liegt in der Regel im zweistelligen Prozentbereich. Das heißt, Online-Umfragen erreichen grundsätzlich heute schon mehr Menschen als Telefonumfragen. Bei unseren Civey-Umfragen liegt die Response Rate bei rund 25 Prozent.

Wie funktioniert die Civey-Methodik?

Keines der gängigen Umfrage-Verfahren (weder telefonisch, noch online) kann alle Menschen erreichen, daher können Umfragen Verzerrungen enthalten. Civey korrigiert eventuell verbliebene Verzerrungen immer mit verlässlichen statistischen Verfahren. Unsere Umfrage-Software ist aktuell auf mehr als 5.000 Webseiten eingebunden. Zur Berechnung repräsentativer Ergebnisse arbeiten wir mit einem mehrstufigen, automatisierten Verfahren:

Erster Schritt: Riversampling

Alle Umfragen werden in einem Netzwerk aus über 5.000 Webseiten und mithilfe unseres Relevanz-Algorithmus so breit ausgespielt, dass möglichst viele Bevölkerungsgruppen erreicht werden und eine mögliche Verzerrung möglichst gering ist. So stellen wir im ersten Schritt bereits sicher, dass z. B. nicht nur die Nutzer_innen einer einzigen Website an einer Umfrage teilnehmen.

Zweiter Schritt: Quotierte Stichprobe auf Grundlage geprüfter Panel-Teilnehmer_innen

Bei Civey-Umfragen kann zwar jeder abstimmen, für die Berechnung repräsentativer Ergebnisse werden allerdings nur registrierte Nutzer_innen berücksichtigt, über die ausreichend demografische Daten vorliegen. Das Panel von Civey umfasst derzeit über 140.000 registrierte Teilnehmer_innen. Abstimmende können sich dabei entweder auf www.civey.com registrieren oder auf den Webseiten, auf welchen die Civey-Umfrage-Software eingebunden ist. Dafür werden Teilnehmer_innen bei der Anmeldung unter anderem nach Geschlecht, Geburtsjahr und der Postleitzahl gefragt. Aus den registrierten Teilnehmer_innen einer Umfrage zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die der Bevölkerungsverteilung in der relevanten Grundgesamtheit entspricht. Diese Grundgesamtheit können zum Beispiel die Wahlberechtigten in der Bundesrepublik Deutschland, die Bevölkerung eines Bundeslandes oder auch nur einer Stadt sein.

Dabei quotiert Civey unter anderem nach folgenden Merkmalen: Alter, Geschlecht, Bevölkerungsdichte, Parteipräferenz und Zeitpunkt der Stimmabgabe. Diese Stichprobe umfasst in der Regel 5.000 Stimmen, wobei stets nur die aktuellsten Abstimmungen aus der quotierten Stichprobe berücksichtigt werden.

Dritter Schritt: Gewichtung

Die Stimmen werden schließlich nach Wertehaltungen und weiteren soziodemografischen Faktoren der Abstimmenden nachgewichtet, um final etwaige Verzerrungen zu korrigieren und Beeinflussung durch Interessensgruppen zu verhindern. Welche Gewichtungsvariablen wir verwenden, hängt von der jeweiligen Fragekategorie ab. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem politische Einstellungen, Bevölkerungsdichte, Bildungsstand oder Kaufkraft.

Machen Sie mit!

Von der Qualität unserer Umfragen kann sich jede_r selbst überzeugen. In unserer Sonntagsfrage zum Beispiel liefern wir den aktuellen Wahltrend zur Bundestagswahl, die Ergebnisse werden dabei im Minutentakt aktualisiert. Machen Sie mit und registrieren Sie sich jetzt, wir zeigen Ihnen alle unsere repräsentativen Ergebnisse kostenlos und in Echtzeit!